Archiv der Kategorie: Bus und Bahn

Fahrplan Tendabahn / Train des Merveilles 2013

Seit dem 9. Dezember 2012 gilt ein neuer Fahrplan für die alpenquerende Tenda-Eisenbahnlinie.

Die gute Nachricht:

Während vielen anderen lokalen Eisenbahnlinien die Stilllegung droht, ist zumindest die italienische Hauptstrecke dieser Linie zwischen Cuneo und Ventimiglia davon nicht bedroht.

Die schlechte Nachricht:

Die Linie wird etwas ausgedünnt: Mit dem Fahrplanwechsel gibt es keinen Halt mehr zwischen Breil-sur-Roya und Ventimiglia.

Bahnhof  Piena / Piène Basse - Royatal

Nachdem der Bahnhof von Piena bereits vor Jahren stillgelegt wurde, teilen dieses Schiscksal nun auch die Bahnhöfe von Olivetta San Michele, Airole und Bevera. Das Fahrgastaufkommen in diesen Orten sei so gering, dass sich eine Aufrechterhaltung der Haltestellen nicht rentiere, so die offizielle Verlautbarung. Eine ähnliche Rendite-Berechnung würden wir uns für so manches in Italien geplante prestigeträchtige Hochgeschwindigkeitsprojekt auch wünschen!

Dazu kommt, dass die italienschen Züge auf französischem Territorium nun nur noch in Tende, Saorge/ Fontan und Breil-sur-Roya halten. Wer nach La Brigue oder St-Dalmas de Tende möchte, ist nun auf die Züge des französischen Betreibers („ter“) angewiesen.

Hier die neuen Fahrpläne zum Download:

Cuneo – Ventimiglia / Nice:

Nice / Ventimiglia – Cuneo:

Zug der Wunder – die Tendabahn

Als 1851 erste Pläne für eine Bahnverbindung zwischen Turin und Nizza evaluiert wurden, gehörte Nizza noch zum Königreich Sardinien-Piemont. Eine Inlandsverbindung also, die die Hauptstadt mit dem Meer verbinden sollte – wobei die technische Schwierigkeit, den Alpenhauptkamm zu überwinden, das einzige, jedoch gewaltige Probem darstellte. Aber die Überwindung von 1000 Höhenmetern auf einer nur sehr kurzen Strecke sind eine ‚Kleinigkeit‘ im Gegensatz zu den diplomatischen Verwicklungen, die den Bau der Linie hemmten, nachdem im Jahr 1860 die Grafschaft Nizza an Frankreich abgetreten worden war – und eine zwischenstaatliche Lösung zwischen dem neugegründeten Italien und Frankreich gefunden werden mußte!

Tendalinie - mit Blick auf den Alpenhauptkamm

Für Italien war die geplante Linie nicht nur verkehrstechnisch sondern auch aus strategischen Gründen von großer Bedeutung, um die jenseits des Alpenkammes gelegenen Ortschaften Tenda und Briga (La Brigue) zu erschließen. Die benötigten Kredite wurden also bewilligt, der Ingenieur Sebastiano Grandis, der bereits an den Studien zum Fréjus-Tunnel mitgearbeitet hatte, mit der Bauleitung beauftragt, und bereits 1887 konnte der erste Streckenabschnitt zwischen Cuneo und Robilante eröffnet werden. 1889 wurde mit dem schwierigen und von vielen Gerölleinbrüchen verzögerten Bau des Tendatunnels, damals höchstgelegener Eisenbahntunnel der Alpen, begonnen. Parallel dazu wurde die Strecke bis Limone verlängert, während Frankreich noch immer mit den Planungen rang: stets war auch das Kriegsministerium involviert, denn schließlich waren Italien und Frankreich nicht Verbündete, sondern gehörten unterschiedlichen, mit Kriegsvorbereitungen gegeneinander befassten Bündnissen an. Während Italien bereits eine rein italienische Lösung ins Auge fasste, für die jedoch ein zweiter alpenquerender Scheiteltunnel benötigt worden wäre, kam es schließlich 1904 zu einem italienisch-französischen Abkommen über den Verlauf der restlichen Strecke. Die Fertigstellung der Linie war für 1914 geplant.

Auf französischer Seite erhielt die Privatbahn „Paris – Lyon – Méditéranée“ (P.L.M.) die Konzession zum Betreiben der Linie. Deren Ingenieure Séjourne und Martinet sollten gerade im anspruchvollsten Streckenabschnitt zwischen Fontan und St-Dalmas ein technisches Meisterwerk vollbringen.

Der Ausbruch des 1. Weltkrieges vereitelte aber die Fertigstellung. Bereits verlegte Gleise wurden teilweise wieder demontiert und über noch betriebsfähige Strecken ratterten in dieser Zeit ausschließlich Militärtransporte an die Front nach Venetien.

Bahnhof San Dalmazzo / St. Dalmas de Tende - Royatal

Erst am 30.10.1928 konnten die durchgehende Verbindung zwischen Cuneo und Ventimiglia und auch die Nebenlinie Nizza – Breil eingeweiht werden. Wenig später wurden auch internationale Verbindungen (San Remo-Berlin und Nizza-Basel) eingerichtet. Mussolini hatte die Gelegenheit genutzt, mit monumentalen Bauwerken wie den Bahnhöfen in Cuneo und dem völlig überdimensionierten im kleinen Grenzort San Dalmazzo Zeichen nationaler Größe zu setzen.

Knapp zwölf Jahre lang wurde die Strecke befahren, bis am 10.6.1940 Italien an Deutschlands Seite Frankreich den Krieg erklärte. Als die Deutschen im Frühjahr 1945 endlich von den Alliierten durch das obere Royatal zurückgedrängt wurden, blieb ihnen noch genügend Zeit, eine Politik der ‚verbrannten Erde‘ anzuwenden: die meisten der Viadukte wurden zerstört.

Die zunächst für 1949 in Aussicht gestellte Wiederherstellung der durchgehenden Strecke verzögerte sich, unter anderem wegen der im Friedensvertrag von Paris 1947 veranlassten Grenzkorrekturen, um annähernd 30 Jahre!

Die feierliche Wiedereröffnung der Tenda-Linie erfolgte am 6.10.1979.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

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Eingeordnet unter Bus und Bahn, Royatal, Seealpen

Auch 2011: Mit dem Pass Isabelle durch die französischen Seealpen

Aus der ‚Carte Isabelle‘ ist der ‚Pass Isabelle‘ geworden, aber ansonsten gilt: Same procedure as every year: Auf den Regionalbahnen der französischen Eisenbahngesellschaft SNCF im Département Alpes Maritimes wird auch in diesem Jahr wieder für die Zeit vom 1. Juni bis zum 30. September eine verbilligte Tageskarte angeboten. Mit dem ‚Pass Isabelle‘ kann man beliebig oft die Strecken Nizza – Tende, Fréjus – Ventimiglia und Cannes – Grasse befahren (Preis 12 Euro).

Train des Merveilles - Royatal

Mit dieser Fahrkarte läßt sich auch der ‚Train des Merveilles‘ nutzen, der jeden Morgen um 9 Uhr in Nizza startet und nach einer spektakulären Fahrt durch Peillon-, Bévéra- und Royatal

Tende - Royatal

den kleinen Ort Tende erreicht, der als Tor zum ‚Vallée des Merveilles‘ im Mercantour Nationalpark gilt. Dort ist nicht nur die mittelalterliche Altstadt, sondern auch das Musée des Merveilles sehenswert.

Musée des Merveilles - Tende - Royatal Eingang Musée des Merveilles – Tende

Oder man steigt bereits eine Station vorher in La Brigue aus, und geht von dort aus auf einem lokalen Wanderweg nach Notre-Dame des Fontaines, der kleinen sixtinischen Kapelle der Seealpen.

Notre-Dame des Fontaines - die kleine sixtinische Kapelle der Seealpen - La Brigue - Royatal

Um hier nur einige der vielen Tagesausflüge aufzuzeigen, die sich mit dem Pass Isabelle ins Hinterland der Côte d’Azur absolut autofrei durchführen lassen.

Hinweis: Für den ‚Pinienzapfenzug‘, die historische Eisenbahnlinie zwischen Nizza und Digne-les-Bains, gilt der Pass Isabelle nicht!

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

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Mit dem Zug in die Lanzotäler

Immer mehr lokale Eisenbahnstrecken in den Alpen (und anderswo) werden stillgelegt, die in die Valli di Lanzo führende Linie Turin – Ceres hingegen mit sehr viel Aufwand von der Betreibergesellschaft Gruppo Turinese Trasporto (GTT) modernisiert.
Endstation Ceres im "tipico stile svizzero", wie auch die anderen in den Jahren 1913-1916 errichteten Bahnhöfe auf dem Streckenabschnitt zwischen Lanzo Torinese und Ceres. Die Valli di Lanzo, zusammenfassender Name der drei im Nordwesten von Turin gelegenen Täler Val Grande, Val d’Ala und Val di Viù, entwickelten  sich recht früh zu einer angesagten Destination des betuchten piemontesischen Bürgertums: Als die „Sommerfrische“ in den Bergen in Mode kam, ließ sich – wer es sich leisten konnte – in einem dieser Täler ein Sommerhaus bauen, wovon heute noch zum Teil recht gut erhaltene Jugendstilvillen zeugen.

Der 1862 projektierte Eisenbahnbau verstärkte diesen Trend ungemein. Im Jahr 1868 verließ erstmals vom Bahnhof Porta Milano am Corso Giulio Cesare ein Zug Turin in Richtung Lanzotäler. Mit dem ersten Bauabschnitt erreichten die Züge Caselle, ein Jahr später Ciriè. Im Jahr 1876 konnte mit viel Pomp die Fertigstellung der nun 30 Kilometer langen Eisenbahnlinie bis Lanzo Torinese gefeiert werden.

50 Meter hoch und in einer Länge von 190 Metern die Stura di Valgrande überspannendes Viadukt. Damals wie heute eine Art Markenzeichen dieser historischen Linie. Der Startschuss zum Weiterbau, dem alpinen Teil der Eisenbahnstrecke, fiel spät, nämlich im Jahr 1913. Die Verlängerung der Trasse über Germagnano bis Ceres, genau am Zusammenfluss der Flüsse Stura di Ala und Stura di Valgrande gelegen, wurde 1916 abgeschlossen.
Das beeindruckende 50 Meter hohe Viadukt, das kurz vor dem Bahnhof Ceres in einer Länge von 190 Metern die Stura di Valgrande überspannt, ist damals wie heute eine Art Markenzeichen dieser historischen Bahnlinie.
Wie auch die zwischen 1913 und 1916 im „tipico stile svizzero“ errichteten Bahnhöfe auf dem Streckenabschnitt zwischen Lanzo Torinese und Ceres.  Aber wie auch immer man diesen Baustil nennen mag: Die Bahnhöfe sind sehenswert.
Die mit Holzornamenten versehenen Innenbereiche bieten einen Blick auf längst vergangene Eisenbahngeschichte. Die edlen Fahrkartenschalter sind längst nicht mehr besetzt, genausowenig wie die Wartesäle der 1. Klasse zugänglich.

Nachdem die Züge 15 Jahre lang lediglich bis Germagnano fahren konnten – 1993 hatten Überschwemmungen schwere Schäden am Schienennetz verursacht und damit zur Stilllegung der Strecke bis Ceres geführt  – ist nach aufwendigen Bauarbeiten im November 2008 die Originalroute wieder eröffnet worden.
So fährt heute wieder – nun ab Bahnhof Turin Dora – jeder zweite Zug weiter bis zur historischen Endstation in Ceres – Fahrplan.
Von dort aus verkehren mehrmals täglich Busse in die Talschlüsse. In jene hochattraktiven Bergregionen, in denen sich die Gründerväter des italienischen Alpenvereins ihre ersten Sporen verdienten.
Von Ceres verkehren Busse in die Talschlüsse. In jene hochattraktiven Bergregionen, in denen sich die Gründerväter des italienischen Alpenvereins ihre ersten Sporen verdienten - zum Beispiel auf 3.604 Metern Höhe mit der "Bewzingung" der Uia di Bessanese. Um zum Beispiel die Uia di Bessanese (3.604 m) oder die Uia di Mondrone (2.964 m) von der nahen Hochebene Pian della Mussa aus zu bezwingen.
Die Autolinee Vigobus bedient die Strecke nach Pialpetta (Sonntags im Juli/ August  weiter bis Forno Alpi Graie) in das Val Grande. Vigo Autoindustriale fährt weiter nach Balme im Val d’Ala. Und die Strecke Lanzo – Usseglio in das Val di Viù bedient die GTT in Zusammenarbeit mit der Comunità Montana Valli di Lanzo (*).

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

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(*) Seit Anfang 2011 haben sich 21 lokale Busanbieter unter einem neuen Dach zusammengeschlossen und treten nun als  EXTRA.TO vollmundig unter dem Motto „La Rete Unica della Provincia di Torino“ an. Auch auf deren Seiten finden sich aktuell bereits die Fahrpläne aller drei oben beschriebenen Buslinien.

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Eingeordnet unter Bus und Bahn, Grajische Alpen, Lanzotäler

100 Jahre Train des Pignes

Am 3. Juli 1911 fuhr – nach 20 Jahren Bauzeit – der Pinienzapfenzug, der sogenannte ‚Train des Pignes‘, erstmals von Nizza nach Digne-les-Bains. Zur Erschließung des damals noch jungen, erst seit 1860 zu Frankreich gehörenden Départements Alpes-Maritimes wurden neben dieser Hauptlinie noch weitere Eisenbahnlinien geschaffen: In das Vallée de la Vésubie, das Vallée de la Tinée und das Vallée du Haut Var. Bis heute aufrecht erhalten wurde lediglich der Betrieb des Pinienzapfenzuges ins Nachbardépartement. Er bedient die 151 km lange Strecke mehrmals täglich und durchquert dabei mehr als 50 Tunnel, Viadukte und Brücken.

Das Jubiläum wird mit verschiedenen Aktivitäten entlang der ganzen Linie gefeiert.

Generelle Informationen, auch Fahrpläne und Fahrpreisinfos zum ‚Train des Pignes’ gibt es auf der Seite des Betreibers Chemin de Fer de Provence.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

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Eingeordnet unter abseits des Weges, Bus und Bahn, Mercantour, Seealpen, Vartal

Navette von Tende nach Casterino 2010

Wie jedes Jahr in der Hauptsaison wird auch im Jahr 2010 wieder zwischen dem 1. Juli und dem 31. August viermal täglich ein Pendelbus auf der Strecke zwischen Tende und Casterino verkehren – was beispielsweise Abstecher vom GR 52A zum Vallée des Merveilles oder dem Val Fontanalba stark verkürzt und circa 700 Höhenmeter Anstieg erspart. Die Fahrzeit beträgt jeweils 45 Minuten, Zustieg in St-Dalmas de Tende SNCF ist möglich.

Ab Tende SNCF: 9h15, 10h55, 12h30, 15h30
Ab Casterino: 10h00, 11h40, 13h20, 16h30

Gîte Neige & Merveilles

Der Bus fährt auf dieser Strecke vorbei an der Abzweigung zur privaten Gîte der Association Neige & Merveilles – die gerade ihr 50-jähriges Bestehen feiert.
Bereits vor drei Jahren haben wir hier auf attraktive Übernachtungsmöglichkeiten im Mercantour hingewiesen. Und darauf aufmerksam gemacht, dass die in einschlägigen Publikationen stets wiederholte und wenig ermutigende Warnung, sich in den Hütten rund um die prähistorischen Felszeichnungen des Vallée des Merveilles ein Vierteljahr im Voraus schriftlich anmelden zu müssen, ein besonderes Phänomen der französischen Alpenregion in aller Regel außer Acht lässt: Die vielen von privaten Vereinen betriebenen Wanderherbergen!

Lac du Basto, Vallée des Merveilles
Lac du Basto, Vallée des Merveilles

Eine kleine Gruppe von Privatpersonen um den Gründer Raymond Viale-Hirzel hat Anfang der 1960-er Jahre das Areal erworben und sich zur Aufgabe gemacht, die ehemalige Bergarbeitersiedlung Minière de Vallauria – bereits vor über tausend Jahren wurde oberhalb des heutigen Lac de Mesches damit begonnen, Erze zu fördern – originalgetreu wieder aufzubauen und daraus eine Stätte der Begegnung und der Auseinandersetzung mit der Natur zu machen. Und das ist unserer Meinung nach ganz wundervoll gelungen!
Auf 1500 Metern Höhe gelegen, bietet die Neige & Merveilles Platz für 140 Personen, hatte immer schon bedeutend längere Bewirtschaftungszeiten als die CAF-Refuges und ist seit mehreren Jahren nun auch ganzjährig geöffnet. Gegen Zahlung einer kleinen Gebühr wird man ad hoc zum Mitglied der gemeinnützigen Assoziation und kommt so in den Genuss einer optimalen Ausgangsbasis für Wanderungen im Mercantour.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

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Navette nach Madone de Fenestre und Le Boréon

… und Rando-bus pour gagner le Mercantour!

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist Saint-Martin-Vésubie von Nizza aus stets gut – und preiswert obendrein – zu erreichen. Aber von dort aus in die nur ca. 12 km entfernte Kernzone des Parc National du Mercantour und damit an Ausgangsorte für attraktive Tagestouren zu gelangen, gestaltete sich bisher mühsam. Wer nach Madone de Fenestre oder Le Boréon wollte, war gezwungen entweder ein Taxi zu nehmen oder sein Glück beim Autostopp zu suchen.

Madone de Fenestre

Mondone de Fenestre - Zeichnung von E.T. Compton Madone de Fenestre – Zeichnung von E.T. Compton

Bis 31. August werden jetzt Shuttlebusse zu diesen Zielen eingesetzt.

Nach Madone de Fenestre :
Täglich 8.30 Uhr; 11.30 Uhr; 13.30 Uhr
Zurück nach Saint-Martin-Vésubie:
Täglich 14.00 Uhr und 16.00 Uhr.
Preis für die einfache Fahrt: 1€.

Nach Le Boréon:
Täglich 8.30 Uhr; 9.30; 11.30
Zurück nach Saint-Martin-Vésubie:
Täglich 14.15 Uhr und 16.15 Uhr.
Preis für die einfache Fahrt: 1€.

Zusätzlich hat das Département Alpes-Maritimes auf Initiative von Mountain Wilderness France für den Sommer den Fahrplan der Buslinie 730 Nizza – Saint-Martin-Vésubie modifiziert: Bis zum 31. August verkehrt täglich ein weiteres Buspaar.
Abfahrt Nizza Busbahnhof (Gare Routière): 7.00 Uhr
Abfahrt Saint-Martin-Vésubie: 17 Uhr.
Der Preis für die Hin- und Rückfahrt beträgt 5€ und umfasst auch die direkte Weiterfahrt nach Madone de Fenestre/ Le Boréon. Der Name dieses Sommer-Specials ist „Rando-bus pour gagner le Mercantour“.

Bequem und gänzlich autofrei kann man so beispielsweise von der Sanctuaire de la Madone de Fenestre am Fuße der  Cime du Gélas eine einfache Rundwanderung über Pas des Ladres und Pas de Fenestre machen. Und dabei auf 2.474 m Höhe einen Blick hinüber nach Italien werfen: am Scheitelpunkt einer der historischen Salzstraßen zwischen Provence und Poebene trifft man in aller Regel viele Steinböcke an (Dauer: ca. 3.30 Std.).
Oder man wandert von Le Boréon aus auf dem „Circuit de Trécolpas“, was obendrein etwa zur Halbzeit am sehr netten Refuge de Cougourde vorbeiführt (Dauer: ca. 4.30 Std.). Oder, oder, oder ….

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

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Eingeordnet unter Bus und Bahn, Mercantour, Seealpen, Vésubietal

Nicht nur "A piedi tra le nuvole" im Nationalpark Gran Paradiso

… sondern zukünftig auch mittels Bike-Sharing.

Es fällt schwer, eine ähnlich bezaubernde Seenlandschaft zu finden wie die auf der Hochebene Piani di Rosset im Herzen des Gran-Paradiso-Nationalparks. An von eiszeitlichen Gletschern geschaffenen tiefblauen Seen wie dem Lago Rosset und den Laghi Trebecchi hat man zudem eine grandiose Aussicht auf den Gran Paradiso (4.061 m) und die ihn umgebenden vergletscherten Gipfel.
Gran Paradiso Blick von den Piani di Rosset auf den Gran Paradiso, 4061 m

Erreichbar ist dieses wunderschöne Fleckchen Erde von der Nivolet-Hochebene aus, die sich zwischen dem piemontesischen Valle Orco und dem valdostanischen Valsavarenche ausbreitet und als Herz des Nationalparks bezeichnet wird, als „Cuore del Parco“ (*).

Auf die zwischen 2.400 bis 2.600 m Höhe gelegene Nivolet-Hochebene führt von Ceresole Reale die in den 1950er-Jahren erbaute und durchgehend asphaltierte Straße über den Colle del Nivolet. Sodass es nicht verwundern darf, dass das Herz des Nationalparks besonders an sommerlichen Wochenenden stark pocht, also viele motorisierte Ausflügler anlockt.
Während die Einen (zumindest hinter vorgehaltener Hand) bedauern, dass der ursprüngliche Plan aufgegeben wurde, die Straße bis hinüber ins Aostatal zu verlängern, machen sich Andere für den Schutz des sehr artenreichen und sensiblen Ökosystems auf der durch Wasserläufe und Feuchtgebiete geprägten Ebene stark und plädieren für eine Vollsperrung.
Rifugio Città di Chivasso, 2602 m
Rif. Città di Chivasso, 2602 m, gleich neben dem Colle del Nivolet

Davon ist man zwar noch weit entfernt – Fahrverbote in hochalpinen Regionen lassen sich (nicht nur) in Italien schwer durchsetzen – aber zumindest an Sonn- und Feiertagen zwischen Mitte Juli und Ende August ist die Straße über den Colle del Nivolet ab Lago Serù (2.275 m) gesperrt. Das im Jahr 2003 gestartete Programm heißt zwar „A piedi tra le nuvole“ (in etwa „Zu Fuß durch die Wolken“), zwingt aber niemanden, auch wirklich zu Fuß zu gehen. Stattdessen werden an diesen Tagen Pendelbusse eingesetzt. Die verkehren in schneller Abfolge, die Fahrkarten sind preiswert (2,50 €) und den ganzen Tag gültig, was auch Mehrfachfahrten erlaubt. Noch bequemer ist es, den Wagen gleich in Ceresole Reale stehen zu lassen und in einem Rutsch bis zum Rifugio Savoia auf dem Pian del Nivolet durchzufahren.
Blick vom Mont Taou Blanc, 3438 m
Blick vom Mont Taou Blanc, 3438 m, in Richtung Osten -  im Vordergrund die Punta di Leynir, 3235 m

Dieses Programm wird jetzt erweitert:
Gerade sind Fördermittel bewilligt worden, um in Ceresole Reale eine Fahrrad-Vermietstation zu errichten. Damit wird man unabhängig von öffentlichen Verkehrsmitteln und kann die Nationalparkregion – ganz ohne Auto – auch auf Nebenstrecken erkunden. Zusätzlich werden die eingesetzten Omnibusse mit Fahrradanhängern bestückt, sodass es künftig auch möglich sein wird, das eigene Fahrrad mitnehmen zu können.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

(*) Hier im Zentrum des 1922 geschaffenen Nationalparks – dem größten Naturschutzgebiet des Piemonts – nehmen auch drei unserer im neuen Piemont-Wanderführer vorgestellten Touren ihren Ausgang: auf die Piani di Rosset, auf den auch für Wanderer trotz seiner 3.438 m mühelos erreichbaren Mont Taou Blanc und über königliche Jagdsteige hinunter ins Orcotal.

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Eingeordnet unter Bus und Bahn, Grajische Alpen, Gran Paradiso

Fahrplan Tendabahn / Trains des Merveilles

Das Auffinden des Fahrplans für die Tendalinie verursacht immer wieder Probleme. Was ggf. damit zusammenhängt, dass diese Eisenbahnlinie in manchen Reiseführern fälschlicherweise als Privatbahn bezeichnet wird. Viele Leser somit gar nicht auf die Idee kommen, die Seiten der staatlichen Eisenbahnlinien aufzurufen.

Für die Hauptstrecke zwischen Cuneo und Ventimiglia – die auf französischem Territorium mit dem „Train des Merveilles“ identisch ist – bietet die Seite von Trenitalia nicht nur alle Fahrplaninfos, sondern auch Ticketpreise (*).

Aktueller Fahrplan für 2012

Fahrplan der Tendalinie/ des Train des Merveilles „Nice – Breil-sur-Roya – Cuneo“ als PDF-Download.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

(*) Immer wieder spannend: Die Fahrpreise im grenzüberschreitenden Verkehr auf dieser Eisenbahnlinie variieren recht stark (auf allerdings sehr niedrigem Niveau: von Cuneo nach Limone zahlt man bspw. nicht mehr als für ein U-Bahn-Ticket in Frankfurt). Wer etwa von Cuneo ins französische Breil-sur-Roya möchte, zahlt dafür unter Umständen mehr als ins 20 km weiter entfernte Ventimiglia. Wer Muße hat und sich für Tarifsystem-Kuriositäten interessiert, kann vor Ort prächtige Studien anstellen.

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Eingeordnet unter Bus und Bahn, Royatal, Seealpen