Freitag, 7. August 2009

Lou Dalfin in Castelmagno

Ciao a tutti. Nach einer etwas längeren Pause – genutzt für Wanderungen auf dem Giro del Marguareis, in den Valli Gesso, Maira und Varaita … doch davon demnächst mehr – melden wir uns mit einer Info für Kurzentschlossene zurück:
Am kommenden Sonntag, den 9. August 2009, spielt Lou Dalfin in Castelmagno am Sanctuario di San Magno zum “Concerto Occitano” auf.

Sanctuario Castelmagno

Beginn ist um 16 Uhr, der Eintritt kostenlos. An den Instrumenten: Sergio Berardo (voce, ghironda, organetto, flauti), Ricky Serra (batteria), Dino Tron (fisarmonica, organetto, cornamusa), Enrico Gosmar (chitarra), Daniele Giordano (basso), Mario Poletti (mandolino, bouzouki, banjo), Diego Vasserot (tromba), Valeria Benigni (voce).

Sabine Bade

Montag, 6. Juli 2009

Breil sur Roya – Bürger hört die Signale

Der Platz wurde mit Blut durchtränkt und färbte sich rot, als sich die Bewohner von Breil-sur-Roya im 12. Jahrhundert unter anderem gegen das Ius primae noctis, das Recht des Bayle du lieu (Stadtvogt) auf die erste Nacht mit jedem jungen Mädchen des Ortes, wehrten. So entstand La Place Rousse, der „rote Platz“ von Breil, auf dem noch heute alle vier Jahre in historischen Kostümen der Aufstand gegen diese und andere barbarische Sitten mit „A Stacada“ nachgespielt wird. 
 Brei sur Roya

Wie die Breillois damals gegen Unterdrückung und Machtmissbrauch vorgegangen sind, können Wanderer, die auf dem Roten Weg der Via Alpina oder auf dem GR 52A  durch das Royatal kommen, dieses Jahr am 19. Juli erleben.
Das Spektakel beginnt morgens um 6 Uhr mit dem Weckruf zur Revolte und endet erst gegen Abend.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

Montag, 6. Juli 2009

Fernweh – In den Westalpen

Im Schweizer Fernsehen SF1 beginnt heute abend eine siebenteilige «Fernweh-Reise» durch den gesamten Alpenbogen von Monaco bis nach Slowenien.
Der erste Teil führt von Monaco, wo auch die Via Alpina beginnt, über das Piemont – mit Halt im Mairatal bei Maria Schneider im Centro Culturale Borgata in San Martino – nach Chamonix am Fuße des Mont Blanc.

Fernweh – In den Alpen. Von Monaco nach Maribor
(Schweiz 2009, jeweils 58 mn.)
Vom 6. Juli bis 17. August jeden Montag
20.50 Uhr – 21:50 auf SF 1 und HD suisse

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

Donnerstag, 2. Juli 2009

Neue Via-Alpina-Homepage

Die Homepage der Via Alpina wurde überarbeitet und hat seit heute auch ein neues Erscheinungsbild.

Die meisten Änderungen betreffen das ‚technische Innenleben‘ der Site und sind für uns Betrachter nicht zu erkennen. Wenn wir die Sache richtig verstanden haben, soll es dadurch nun für die regional Verantwortlichen viel einfacher sein, Änderungen an den Etappendaten durchzuführen.

via-alpina

Ansonsten:
Neben dem äußeren Erscheinungsbild („bye, bye Baby-Blau“) und einer etwas abgewandelten Navigation ist das Forum abgeschaltet worden. Wir trauern ihm nicht nach.
Dafür gibt es jetzt pro Etappe die Möglichkeit, Kommentare einzufügen. Wir haben diese neue Funktion bereits ausprobiert und für einige Etappen des Roten und des Blauen Weges Hinweise hinterlegt. Das einfache Handling wird hoffentlich dazu führen, dass von dieser Funktion rege Gebrauch gemacht wird.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

Mittwoch, 1. Juli 2009

Schon wieder Bartgeier-Nachwuchs im Mercantour

Das im Jahr 1993 als Gemeinschaftsprojekt des französischen Mercantour Nationalparks und des italienischen Parco Naturale delle Alpi Marittime gestartete Bartgeier-Wiederansiedlungsprojekt ist überaus erfolgreich. Was sicher auch daran liegt, dass es von Beginn an flankiert war von Aufklärungsmaßnahmen, um der Mär vom ‚Lämmergeier‘, der lebende Tiere reißt, endlich den Boden zu entziehen.

bartgeier

Gekrönt wurde diese Erfolgsgeschichte im Vorjahr, als dort mit Parouart nach über 100 Jahren in den Seealpen erstmals wieder ein Bartgeier in Freiheit geboren wurde.

Nun wurde im Juni dieses Jahres nochmals nachgelegt:
Als Verstärkung für ‚Topolino‘, ‚Valdieri‘, ‚Firmin‘, ‚Gelas‘ und all die anderen Bartgeier, die noch aus Zuchtstationen stammen, wurden im Juni – passender- und werbewirksamerweise: am Weltumwelttag – nochmals zwei junge Bartgeier ausgewildert: Condamine und Vaulabelle. Die Aussetzung erfolgte auf circa 1.900 Meter Höhe in einem Felsvorsprung bei Vignols/ Roubion, also ganz in der Nähe des ‚Sentier Panoramique du Mercantour‘ GR52A.
Die Finanzierung des Monitorings dieser beiden Jungvögel übernimmt wieder, wie schon für die im Jahr 2007 ausgewilderten Bartgeier ‚Rocca‘ und ‚Fontvieille‘, die monegassische Fondation Prince Albert. Auch ‚Condamine‘ wurde deshalb nach einem Ortsteil des Fürstentums benannt, wohingegen man bei ‚Vaulabelle‘ bereits auf den Name einer Quelle ausweichen musste. 

Hier noch ein paar Fakten (*):
Vaulabelle schlüpfte am 24.02.2009 im Zuchtzentrum in Haute-Savoie. Es handelt sich um ein Weibchen.
Condamine ist am 28.02.2009 im Zoo von Ostrava geschlüpft. Die Geschlechtsbestimmung ist noch nicht abgeschlossen.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

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* Wir danken Dr. Richard Zink vom Internationalen Bartgeier Monitoring für diese Infos, die sich in französischen Medien so detailliert nicht finden ließen.

Freitag, 26. Juni 2009

Okzitanien zu Fuß – dem UNESCO-Welterbe entgegen

Flagge Okzitanien Heute über ein Projekt zu schreiben, das zum Ziel hat, die okzitanische Sprache unter den Schutz der UNESCO zu stellen, fällt uns deutlich leichter, nachdem die Welterbekommision gerade am 25. Juni 2009 entschieden hat, das Dresdner Elbtal aus ihrer Liste zu streichen. Weil sich dieses Label – von Manchem ohnehin als inflationär vergeben gebrandmarkt – selbst diskreditiert hätte, wenn die UNESCO es bei ständig wiederholten Ultimaten belassen hätte. Nun aber dürfte so manchem Kultur/Naturerbe-Aspiranten, der lediglich auf den Werbeeffekt schielt, erschreckend klar werden, dass zukünftig eine unabhängige Kommission über Eingriffe in das einmal unter diesen internationalen Schutz gestellten Gebietes wacht.
Dass wir dabei besonders an Monsieur Estrosi denken und sein Projekt Les Balcons du Mercantour (*), für das Raupenbagger neue Wanderwege durch das Mercantourmassiv frästen, während quasi zeitgleich bekanntgegeben wurde, dass innerhalb der nächsten drei Jahre die Aufnahme von Mercantour Nationalpark und dem direkt angrenzenden Parco Naturale delle Alpi Marittime in das UNESCO-Welterbe angestrebt würde, dürfte niemanden erstaunen.

Aber nun zu Occitània a Pè, der gemeinsamen Wanderung durch die okzitanischen Täler Italiens, mit der die Organisation Chambradoc für die Unterschutzstellung der okzitanischen Sprache durch die UNESCO werben möchte. Bereits im vergangenen führte eine erste Tour über 1350 Kilometer von Vinadio im Sturatal nach Vielha in Katalonien.

Las Valadas Occitanas a Pè

Die Wanderung  hat am 14. Juni in Olivetta San Michele begonnen – fast die Hälfte der Wegstrecke ist also bereits absolviert – und wird nach 28 Etappen am 11. Juli in Exilles enden. Hier die einzelnen Etappen:

14/06/2009 Olivetta San Michele – Rocchetta Nervina
15/06/2009 Rocchetta Nervina – Pigna
16/06/2009 Pigna – Colla Melosa
17/06/2009 Colla Melosa – Realdo
18/06/2009 Realdo – Upega
19/06/2009 Upega – Rifugio Garelli
20/06/2009 Rifugio Garelli – Limonetto
21/06/2009 Limonetto – Palanfrè
22/06/2009 Palanfrè – Entracque
23/06/2009 Entracque – Rifugio Genova
24/06/2009 Rifugio Genova – Terme di Valdieri
25/06/2009 Terme di Valdieri – Rifugio Malinvern
26/06/2009 Rifugio Malinvern – Vinadio
27/06/2009 Vinadio – Santuario di Castelmagno
28/06/2009 Santuario di Castelmagno – Chialvetta
29/06/2009 Chialvetta – Ussolo
30/06/2009 Ussolo – Elva
01/07/2009 Elva – Bellino Chiesa
02/07/2009 Bellino Chiesa – Pontechianale (Castello)
03/07/2009 Pontechianale – Rifugio Quintino Sella
04/07/2009 Salita al Viso
05/07/2009 Rifugio Quintino Sella – Ostana
06/07/2009 Ostana – Rifugio Barbara Lowrie
07/07/2009 Rifugio Barbara Lowrie – Bobbio Pellice
08/07/2009 Bobbio Pellice – Ghigo di Prali
09/07/2009 Ghigo di Prali – Massello
10/07/2009 Massello – Usseaux
11/07/2009 Usseaux – Exilles

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

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(*) Dieses Projekt wurde am 23. Januar 2009 gestoppt – könnte aber jederzeit wieder zu neuem Leben erwachen. Hier die Chronologie:

Les Balcons du Mercantour
Update vom 13. Januar 2009
Ende eines Prestigeprojektes

Sonntag, 21. Juni 2009

Die Eroberung der Alpen

ARTE strahlt in der Woche vom 22. bis 26. Juni 2009 eine fünfteilige Dokumentation über die Erschließung der Alpen aus.
Aus der Ankündigung: „Mächtige Gipfel, unpassierbare Schluchten: Die Alpen bilden eine Barriere aus Fels, Eis und Schnee im Herzen Europas. Und die Eroberung des Gebirgszuges war für viele Menschen eine Vision. Die aufwendig produzierte Dokumentarreihe erzählt in fünf Teilen von den menschlichen Schicksalen und technischen Meisterleistungen, die die Erschließung der Alpen möglich machten. Durch die spektakulären Landschaften des Hochgebirges folgt sie den Spuren der Visionäre und Technikpioniere, die Geld, Gesundheit und nicht selten ihr Leben aufs Spiel setzten, um die Alpen zu bezwingen“.

Sendetermine:
„Über den Pass“, Montag, 22.6.2009, 20.15 Uhr
„Der Durchbruch“, Dienstag, 23.6.2009, 20.15 Uhr
„Gipfelstürmer“, Mittwoch, 24.6.2009, 20.15 Uhr
„Wasserkraft“, Donnerstag, 25.6.2009, 20.15
„Höhenflug“, Freitag, 26.6.2009, 20.15 Uhr

Fell'sche Bahn am Mont Cenis Wir wissen nicht, welche Beispiele die Autoren jeweils herausgepickt haben – aber beim Thema „Über den Pass“ würde bei uns die Mont-Cenis-Bahn nie fehlen, die zwischen 1868 bis 1871 Saint-Michel de Maurienne mit Susa verband.
Diese Eisenbahnlinie überwand den 2.084 Meter hohen Col de Mont Cenis mit Hilfe eines speziellen, nach dem englischen Ingenieur John B. Fell benannten, Adhäsionssystem. Die kleinen Fell'sche Bahn am Mont Cenis Tunnel, die man auch heute noch entlang der Passstraße von Gran Croix nach Susa findet, wurden für diese Bahn gebaut. Nach nur drei Jahren wurde der Betrieb der Fell-Bahn 1871 bereits wieder eingestellt, als ungefähr 20 Kilometer weiter die neue Eisenbahnlinie durch den Fréjustunnel, viel früher als geplant, eröffnet wurde.
über den Mont Cenis, diesmal zu Fuß Großes Vergnügen dürfte die Fahrt ohnehin nicht bereitet haben, wie der Bergsteigerpionier Edward Whymper in seinem Buch ‘Berg- und Gletscherfahrten’ zu berichten wusste: „Die Maschine zittert, schwankt, springt und ist schwer zu halten. Taucht man wieder im Freien auf, so sieht man 3000 bis 4000 Fuss in Abgründe hinab. Im nächsten Augenblick wendet sich die Maschine plötzlich nach links, und Führer und Heizer müssen sich sehr fest halten, um nicht heraus geschleudert zu werden. Die mutigen Lokomotivführer, die alle Engländer sind, haben am Ende der Fahrt ihr Geld ehrlich verdient. Wie sie über die Linie denken, erklärte mir einer kurz und bündig: „Es ist hier schlimmer als in Indien, denn dort kann man herunter springen, aber hier in diesen bedeckten Wegen gibt es keinen Platz dazu.“"

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

Samstag, 20. Juni 2009

Mit der Carte Isabelle durch das Département Alpes Maritimes

Same procedure as every year – Auf den Regionalbahnen der französischen Eisenbahngesellschaft SNCF im Département Alpes Maritimes wird auch in diesem Jahr wieder für die Zeit vom 1. Juli bis zum 30. September die ‚Carte Isabelle‘ angeboten. Es handelt sich dabei um eine Tageskarte, mit der man unbegrenzt die Strecken Tende – Nizza und Fréjus – Ventimiglia befahren kann (Preis 12 Euro).

Tende Mit dieser Fahrkarte kann man auch den ‚Train des Merveilles‘ nutzen, der jeden Morgen um 9 Uhr in Nizza startet und nach einer spektakulären Fahrt durch Peillon-, Bévéra- und Royatal den kleinen Ort Tende erreicht, der als Tor zum ‚Vallée des Merveilles‘ im Mercantour Nationalpark gilt. Dort ist nicht nur die mittelalterliche Altstadt, sondern auch das Musée des Merveilles sehenswert.
judas Oder man steigt bereits eine Station vorher in La Brigue aus, und geht von dort aus auf einem lokalen Wanderweg nach Notre-Dame des Fontaines, der kleinen sixtinischen Kapelle der Seealpen.
Um hier nur einige der vielen Tagesausflüge aufzuzeigen, die sich mit der Carte Isabelle ins Hinterland der Côte d’Azur absolut autofrei durchführen lassen.

Hinweis: Für den ‚Pinienzapfenzug‘, die historische Eisenbahnlinie zwischen Nizza und Digne-les-Bains, gilt die Carte Isabelle nicht!

 

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit