Tour della Bessanese

Die Herren der Gründergeneration des italienischen Alpenvereins (CAI) wüßten sicher zu schätzen, dass eine ihrer alten Lieblingsrouten gerade zu neuem Leben erweckt wird: die ‚Tour della Bessanese‘. Die drei von Turin aus schnell zu erreichenden Täler Val Grande, Val d’Ala und Val di Viù, zusammenfassend auch Valli di Lanzo genannt, durch die ein Teil dieser dreitägigen Rundwanderung verläuft, war die Region ihrer Hausberge, sodass sich hier relativ früh ‚alpiner Tourismus‘ entwickelte.

lago-malciaussia

Ein möglicher Ausgangsort, der Lago di Malciaussia

1880 schon wurde von der Sektion Turin das Rifugio Bartolomeo Gastaldi (2.659 m) unterhalb der Bessanese (3.604 m) errichtet, das heute ein zum Museo Nazionale della Montagna Duca degli Abruzzi gehörendes kleines alpines Museum beherbergt. Bei ihren Exkursionen machten die Herrschaften aber durchaus nicht an der neuen – erst seit 1860 bestehenden – Grenze zu Frankreich Halt: im 1890 in Bessans eröffneten Hotel ‚Le Cimaz‘ (damals neun Fremdenzimmer, allerdings ohne fließendes Wasser und Heizung) sollen während der Sommersaison stets einige Zimmer für die italienischen Alpinisten freigehalten worden sein.

Sie kamen, wie heute Wanderer auf der ‚Tour della Bessanese‘ aus dem Viù- oder Alatal über den Colle dell’Autaret (3.072 m), einen bis zur Eröffnung der Straße über das Mont-Cenis-Plateau wichtigen Saumpass zwischen der Maurienne und dem Piemont. Bis ganz hinunter nach Bessans gelangt man auf dem Giro heute nicht mehr, denn der führt vom Refuge Avérole über den Passo del Collerin (3.203 m), auf Wegen, die neben Alpinisten auch für Schmuggler sehr interessant waren, zurück nach Italien.

Die ‚Tour della Bessanese‘ ist also nicht wirklich ‚neu‘ – sondern verknüpft lediglich historisch sehr interessante Wege. Brandneu ist allerdings die durchgängige Markierung (rot-weiß) und Hinweistafeln in vier Sprachen: italienisch, französisch, englisch und deutsch!

Kurze Steckeninfos:

Rifugio Cibrario – Refuge Avérole (ca. 7 h)

Refuge Avérole – Rifugio Gastaldi (ca. 6 h)

Rifugio Gastaldi – Rifugio Cibrario (ca. 4,5 h)

Das Beiheft der AsF-Karte 13 ‚Mont-Cenis – Ciamarella‘ liefert mit den Wegen 13-3-2 und 13-4-2 eine Kurzbeschreibung der Route. Infos zur Direktbestellung dieses empfehlenswerten Kartenwerks finden sich hier.
Als gute Einstiegsorte in die ‚Tour della Bessanese‘ eignen sich Bessans in der Maurienne, Balme im Val d’Ala und Malciaussia im Val di Viù gleich unterhalb des höchsten Wallfahrtsorts der Alpen, des Rocciamelone.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

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Eingeordnet unter bergauf bergab, Grajische Alpen, Lanzotäler, Maurienne

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