Messners Alpen – eine kleine Nachlese

Reinhold Messner hat ‚unsere Westalpen‘ adoptiert, sie zu ‚seinen Alpen‘ gemacht – und 1,65 Millionen Menschen haben zugeschaut.

Wir meinen, er soll ruhig noch einmal wieder kommen. Was er über die Region zwischen Monaco und Mont Blanc berichtete, hat vielleicht bei Manchem ein erstes Interesse geweckt. Das sollte gestillt werden.
Für die nächste Reportage aus den französisch-italienischen Westalpen würden wir uns deshalb wünschen, dass auch gezeigt wird, was es zwischen den beiden Extremen – ‚Niemandsland‘ auf der einen und ‚intensiv erschlossenen Gebieten‘ auf der anderen Seite – sonst noch alles an grandiosen Naturlandschaften, sehenswerten Kunstschätzen und positiven Ansätzen eines ökologisch verträglichen Tourismus in abgelegenen, von Abwanderung betroffenen Talregionen gibt.

lac-de-savines
Lac de Savines – mit Blick Richtung Vanoise 

Das Repertoire, aus dem zu schöpfen wäre, ist gewaltig:
Man kann beispielsweise darüber berichten, dass es in diesem Teil der Alpen, wo sich die Regionen gerade grenzübergreifend zur ‚Euregio Alpen-Mittelmeer‘ (Alpi-Mediterraneo) zusammengeschlossen haben, wunderschöne Wanderstrecken gibt. Auf denen man – etwa in einem der vier Nationalparks Mercantour, Ecrins, Vanoise, Gran Paradiso oder den vielen Regionalparks – ganz trendgerecht auch gut ‚entschleunigen‘ kann. Man kann auch von jungen Leuten berichten, die ihre Elternhäuser in abgelegenen Tälern wieder instand setzen und daraus kleine Beherbergungsbetriebe machen. Und in denen man so exquisit bekocht wird, dass sich jedes Feinschmeckerlokal nach der Rückkehr der Besucher zuküntig an ihnen messen lassen muss.
Man kann (denn was spricht schon gegen ‚Sehenswürdigkeiten‘, so lange sie nicht einfach ‚abgehakt‘ werden?) davon berichten, dass man unterwegs auf Befestigunsganlagen von Vauban trifft, die wohl dieses Jahr zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt werden. Man kann die Kamera auch auf noch gut erhaltene transalpine Salzstraßen und alte Pilgerwege richten, auf königliche Jagdsteige und auf Fresken von Canavesio und Baleison, darf sogar erwähnen, dass die Sacra San Michele im piemontesischen Susatal das zweitgrößte Michaelsheiligtum nach dem Mont Saint Michel ist – ohne die fortschreitende Verbuschung alter Terrassenlandschaften und die Reduzierung der Artenvielfalt aus den Augen zu verlieren und die Gefährdung der Alpen als Kultur- und Lebensraum zu negieren.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

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