Frisch geschlüpfter Bartgeier-Nachwuchs im Gran Paradiso und neue Auswilderungen in den Seealpen

Bruterfolg in der Gran Paradiso-Region
Im Rahmen unserer allseits gern gelesenen ‚Bartgeier-Berichterstattung‘ gibt es wieder eine spektakuläre Premiere zu vermelden:
Im valdostanischen Valsavarenche ist am 10. Mai der erste in Freiheit geborene Bartgeier der italienischen Westalpen geschlüpft. Bisher gab es in den italienischen Alpen lediglich Bruterfolge im Stelvio Nationalpark. Und auch der erste in Freiheit geborene Bartgeier der Seealpen zog es vor, auf französischem Territorium das Licht der Welt zu erblicken.

Mit der Geburt des jungen Bartgeiers in der Gran Paradiso-Region schließt sich nach fast 100 Jahren der Kreis von der gnadenlosen Ausrottung dieser auch fälschlicherweise als ‚Lämmergeier‘ bezeichneten Greifvögel und deren erfolgreicher Wiederansiedlung: Im Jahr 1913 wurde im Valgrisenche der letzte italienische Bartgeier erlegt. Dort im Besucherzentrum des Parco Nazionale Gran Paradiso von Rhêmes Notre Dames steht dementsprechend die gesamte Ausstellungsfläche im Zeichen der Bartgeierwiederansiedlung, unter dem Motto „Bentornato gipeto!“
Bartgeier
der ist schon etwas älter
‚Siel‘ soll der junge Bartgeier (die Geschlechtsbestimmung steht noch aus) übrigens heißen, entschieden die Kinder der Grundschule von Valsavarenche. Was im valdostanischen Patois ‚Himmel‘ (ciel/ cielo) bedeutet.

Weitere Auswilderungen in den Seealpen
Für weiteren Bartgeiernachwuchs wird in 2 Wochen im Parco Alpi Marittime gesorgt. Am 28. Mai 2011 werden bei San Giacomo di Entracque zwei Junge in die Freiheit entlassen. Weitere Einzelheiten dazu demnächst im Rahmen unserer ‚Bartgeier-Berichterstattung‘.

Und hier noch ein wenig Statistik:
Seit 1986 werden in den Alpen wieder junge Bartgeier angesiedelt, flankiert von Aufklärungsmaßnahmen, um der Mär vom ‚Lämmergeier‘, der lebende Tiere reißt, endlich den Boden zu entziehen. Und 1997 war es dann so weit: Phénix, der erste in der Natur geschlüpfte Jungvogel flog aus seinem Horst in Hochsavoyen aus. Seither sind 69 junge Bartgeier in der Natur geschlüpft und ausgeflogen, davon 32 in den italienisch-französischen Westalpen.

Verbreitung des Bartgeiers in Europa
mit freundlicher Genehmigung: WILDTIER SCHWEIZ / SWISS WILDLIFE INFORMATION SERVICE

Allein in dieser Region wurden ab 1987 79 der seltenen Greifvögel in die Freiheit entlassen. Man kennt sie namentlich und verfolgt mittels ausgeklügeltem Monitoring ihre Exkursionen: nachdem man bisher vor der Freilassung einige ihrer Federn bleichte, um sie später wiedererkennen zu können, wird mittlerweile mit Blutprobe und DNA-Analyse ein genetischer Fingerabdruck erstellt.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

 

 

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Eingeordnet unter Gran Paradiso, Seealpen, Tiere der Berge

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