100 Jahre Tendabahn im oberen Royatal

In Tende stehen die Zeichen momentan auf Eisenbahnromantik: Am 7. September 1913 fuhr dort erstmals eine Lokomotive ein. Anlass zu Feierlichkeiten also in dem kleinen, seit 1947 französischen Ort zu Füßen des Passes, der der Strecke ihren Namen gab. Am Wochenende 12./ 13. Oktober 2013 wird die ‚Commémoration des 100 ans de l’arrivée du train à Tende‘ zelebriert.

Noch fährt sie, aber wie lange noch?

Die Feierlichkeiten zu diesem Jubiläum einer der faszinierendsten Eisenbahnlinien im Alpenraum dürften aber in Tende nicht ohne Beklemmung vonstatten gehen. Bereits ein Blick nach Airole genügt: Dort, wo am 16. Mai 1914 der erste Zug der Linie einfuhr, hätte man im nächsten Jahr Grund zum Feiern. Doch in Airole hält längst kein Zug mehr. Ein Schicksal, das auch anderen Orten entlang der Strecke drohen könnte, worüber wir hier berichteten.

“Nessuno tocchi la Cuneo – Ventimiglia” (sehr frei übersetzt: “Hände weg von der Linie Cuneo – Ventimiglia”) sagen wir zu diesem Jubiläum und weisen aus gegebenem Anlass nochmals auf die entsprechende Online-Petition hin.

Wir wollen schließlich nicht erleben, dass auf dieser Strecke nur noch alle Jubeljahre ein Touri-Zug unterwegs ist, wie ihn die Association du Train Touristique du Centre-Var am 12. Oktober von Toulon nach Tende unter dem Motto „Train des Merveilles – Rétro“ auf die Reise schickt. Nichts gegen „Retro“ – aber wenn es sich um öffentliche Verkehrsmittel handelt, können wir auf diesen Trend gut verzichten.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

 

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Bus und Bahn, Royatal, Seealpen

Eine Antwort zu “100 Jahre Tendabahn im oberen Royatal

  1. Inzwischen hat Italien zehn Millionen Euro zum Erhalt der Tendabahn gesprochen. Weitere fünfzehn Millionen Euro wollen Frankreich und Italien noch in diesem Jahrzehnt investieren.
    Die Tendabahn bildet die Lebensader des Tales. Viele Leute fahren damit zur Arbeit, hauptsächlich nach Nizza. Auch für den Tourismus ist die Bahn wichtig. Es ist deshalb mehr als schade, dass viele Haltestellen nur noch sporadisch bedient werden, andere leider überhaupt nicht mehr.
    Zwei Hauptprobleme sehe ich:
    1) Die Bahn ist technisch anspruchsvoll und damit teuer im Unterhalt.
    2) Die Verbindung Cuneo – Ventimiglia ist geographisch eine zu Italien gehörende Strecke, führt aber zur Hälfte über französischen Boden.

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