Die Internationale Alpenschutzkommission CIPRA übernimmt das internationale Sekretariat der Via Alpina

Wir sind so oft auf der Via Alpina unterwegs, zuletzt Anfang September vorigen Jahres auf dem Fluchtweg der Juden über den Colle di Finestra, dass uns auch interessiert, was sich hinter deren Kulissen abspielt.

Zuerst die Fakten:

Internationale Alpenschutzkommission CIPRAAm 1. Januar 2014 hat die Internationale Alpenschutzkommission CIPRA das internationale Sekretariat des Weitwanderweges Via Alpina vom französischen Verein Grande Traversée des Alpes (GTA), der 1999 das Projekt der Via Alpina ins Leben gerufen hatte und weiterhin das französische Sekretariat für das Projekt stellt, übernommen.

Was staubtrocken und bürokratisch klingt, ist – so meinen wir – eine gute Nachricht: Was könnte sinnvoller sein, als die Koordinierung und touristische Weiterentwicklung dieses Wanderwegenetzes, das die Belange von insgesamt acht Ländern, 30 Regionen, Kantonen oder Ländern und mehr als 200 Gemeinden tangiert, unter dem Dach der Internationalen Alpenschutzkommission mit deren über 60-jährigen Erfahrung im Alpenschutz und ihrem grossen Netzwerk in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft anzusiedeln? Die Aufgabe, das touristische Angebot der Via Alpina weiter zu pflegen und zusätzlich mit den Themen nachhaltiger Entwicklung anzureichern, scheint bei der CIPRA gut aufgehoben zu sein. Dass dabei die Erfahrungen der fast 15-jährigen Entwicklungsarbeit genutzt werden und die personelle Kontinuität gewahrt bleibt, freut uns: Alles bleibt beim Alten in den jeweiligen nationalen Sekretariaten und Dr. Nathalie Morelle wird auch in Zukunft für die internationale Koordination zuständig sein.

Via Alpina – die Anfänge

Via Alpina

Via Alpina: fünf insgesamt mehr als 5000 km lange Wanderwege in den acht Ländern des Alpenbogens mit 342 Tagesetappen

Im Sommer 2003 haben wir im französischen Mercantour Nationalpark zum ersten Mal das (dort klitzekleine) Via-Alpina-Logo gesehen – und hatten nicht die leiseste Ahnung, was dieses Symbol mit den beiden geschwungenen Flügeln zu bedeuten hat. Dass das Projekt dieses neuen, alle acht Alpenstaaten miteinander verbindenden Fernwanderweges ein Jahr vorher der Öffentlichkeit vorgestellt worden war, war unbemerkt an uns vorüber gegangen. Wieder Zuhause haben wir versucht, weitere Informationen über dieses neue Wegesystem zu finden. Was nicht ganz einfach war: die damals noch statische Homepage bot lediglich erste Anhaltspunkte zum Projekt (insgesamt 5 Wege, zusammen 5.000 Wanderkilometer zwischen Triest und Monaco, aufgeteilt in 342 Tagesetappen etc. etc.) und einen Etappenplan zum Download. Aber auch damals schon war die Seite fünfsprachig (englisch/ deutsch/ italienisch/ französisch/ slowenisch) aufgebaut – ein Ansatz, der uns begeisterte. Was vielleicht all Jene verstehen werden, die sich wie wir in eine Alpenregion verknallt haben, über die es fast keine deutschsprachige Literatur gibt!

Ein zweiter Aspekt, der uns von Beginn an für die Via Alpina einnahm, ist, dass sie nationale Wanderwege grenzüberschreitend miteinander verbindet. Dass es auch im Europa des 21. Jahrhunderts noch Wanderwege gibt, die auf 1.800 Meter Höhe an einer Staatsgrenze beginnen, ist ein Anachronismus, der längst auf die Müllhalde der Geschichte gehört. Wobei es machmal noch nicht einmal nationale, sondern lediglich regionale Grenzen sind, die einen Wanderweg fast im Nirvana enden lassen: Man denke nur an die ‚Grande Traversata delle Alpi‘, die den gesamten piemontesischen Westalpenbogen durchzieht, dann aber abrupt kurz vor der Grenze zur Nachbarregion Ligurien im winzigen Dorf Viozene (übrigens ohne Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel) endet!

Via Alpina – online in 5 Sprachen

Seit unserem Erstkontakt vor über 10 Jahren verfolgen wir die Entwicklung der Via Alpina: Längst kann man unter www.via-alpina.org Informationen zu allen Etappen erhalten, hat Kurzbeschreibung,

Via Alpina

Detailbeschreibung, Höhendiagramm, Zwischenziele, Kontaktadressen, neueste Infos und Kommentare von Wanderern online verfügbar. Zudem besteht die Möglichkeit, sich für ausgewählte Etappen der Via Alpina ein Guide-Book online zusammenzustellen. Man wählt die Ausgangs- und Zieletappe der Strecke und erhält als Ergebnis eine PDF-Datei zum Download. Wie umfangreich das Ergebnis ausfallen soll, kann nach Bedarf selbst festgelegt werden: Kurzbeschreibung, Detailbeschreibung, Höhendiagramm, Zwischenziele, Kontaktadressen u.a. können das Dokument komplettieren. Wahlweise in einer der 4 „Alpensprachen“ deutsch, italienisch, französisch, slowenisch oder in englisch.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

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Eingeordnet unter bergauf bergab, Via Alpina

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