Archiv der Kategorie: Cottische Alpen

GTA: Rifugio Barant wieder eröffnet

Das Rifugio Barant liegt aussichtsreich auf 2.370 Metern Höhe etwa auf halbem Weg zwischen der Conca del Prà (Rifugio Willy Jervis) und dem Valle dei Carbonieri (Rifugio Barbara Lowrie) – musste aber fünf Jahre lang geschlossen bleiben, weil gleich nach der Totalrenovierung die Wasserversorgung nicht sichergestellt war.

Nun hat die Comunità Montana Val Pellice mit einer neuen Leitung für Abhilfe gesorgt, und das als Kaserne in der Mussollini-Ära entstandende Haus wurde im Sommer 2013 wieder eröffnet.

Für Wanderer auf der Grande Traversata delle Alpi (GTA, Bätzing Etappe 34) bietet das eine alternative Übernachtungsmöglichkeit. Gleiches gilt für Wanderer auf dem blauen Weg der Via Alpina, die die Etappe D44 etwas abkürzen wollen.

Und Tagesausflügler von der Conca del Prà finden nun einen attraktiven Einkehrstopp nur wenige Minuten entfernt vom 1991 angelegten Alpengarten Giardino Botanico Alpino Bruno Peyronel.

Rifugio Barant
Tel.: +39 335 627 6850
http://www.rifugiobarant.it/ und auch auf FB

In dieser ersten neuen Saison stehen lediglich 20 der vorhandenen 40 Betten zur Verfügung, und auch die Bewirtschaftung ist vorerst lediglich an den Wochenenden Freitag/Samstag/Sonntag garantiert.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

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Monviso-Region jetzt UNESCO-Biosphärenreservat

Wären die Engländer nicht gewesen, würde dieses Jahr nicht rund um den Monviso gefeiert, dass die Hütte bebt: Bis zur Erstbesteigung des Monviso  1861 durch William Mathews hatte es den Italienern genügt, ihren ‚Re di Pietra‘ aus der Ferne zu bewundern. Nun aber, nachdem sich ein Engländer nach dem anderen einen Sport daraus machte, seinen Gipfel zu erobern und ihn zu einem Teil ihres ‚Playground of Europe‘ degradierten – wobei sie auch mit herablassendem Spott über die einheimischen Zögerer nicht eben sparsam umgingen – musste endlich auch einer der ihren hinauf, um die nationale Ehre wieder herzustellen.

Die Wiederherstellung der italienischen Alpinistenehre übernahm eine Gruppe um Quintino Sella: Am 12. August 1863 – vor genau 150 Jahren – standen sie auf dem Gipfel. Von dort oben bis zur Gründung des italienischen Alpenvereins ‚Club Alpino Italiano’ nach Vorbild des britischen ‚Alpine Club‘ bedurfte es dann nur noch weniger Wochen, sodass auch der CAI dieses Jahr ein rundes Jubiäum feiert.

Das I-Tüpfelchen zu all diesen Festivitäten setzte im Mai dieses Jahres die UNESCO: Sie anerkannte die Monviso-Region (Teile des Parco del Po Cuneese und des Parc naturel regional du Queyras) als UNESCO-Biosphärenreservat (Man and the Biosphere Programme – MAB). Nun gehört der ‚Re di Pietra’ zum ersten grenzüberschreitenden Biophärenreservat Italiens; lediglich 12 gibt es weltweit davon.

Wo zum ‚Concerto Sinfonico di Ferragosto‘ aufgespielt wird, war dieses Jahr keine Frage: Natürlich bei Pian del Re unterhalb des Monviso. Die Tradition der alljährlich am 15. August – zum Höhepunkt der italienischen Feriensaison – stattfindenden Veranstaltung wurde 1981 an selber Stelle begründet.

Dass die Runde um diesen markanten Gipfel – den schon Vergil in seiner ‚Aeneis‘ beschrieb, Dante in seiner ‚Göttlichen Komödie‘ und Chaucer in den ‚Canterbury Tales‘ – auf dem Giro del Monviso so schön ist, dass die Region sehr gut ohne spezielle Veranstaltungen auskommt, sei hier nur am Rande bemerkt: In einigen Tagen dürfte wieder Ruhe einkehren.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

 

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Interaktiver Busfahrplan für die Provinz Cuneo

Die in Saluzzo ansässige Busgesellschaft ATI, die vorwiegend Strecken in der piemontesischen Provinz Cuneo bedient, hat das Auffinden ihrer Busfahrpläne im Netz stark vereinfacht:

Nun gibt es auf ihrer Homepage eine interaktive Karte des Streckennetzes. Per Mausklick auf den gewünschten Zielort gelangt man so zum passenden Busfahrplan, der als PDF-Datei heruntergeladen werden kann.

Wer beispielsweise „Argentera“ im Valle Stura wählt, bekommt 2 Linien angezeigt:
Linie 93: Cuneo – Vinadio und
Linie 102: Vinadio – Argentera,
woraus gleich zu erkennen ist, dass und wo man umsteigen muss.

Das ist fraglos ein Fortschritt, aber noch nicht optimal:
Denn leider umfasst der Plan lediglich die von der Busgesellschaft ATI befahrenen Strecken und nicht – was wünschenwert wäre – alle Busverbindungen der Provinz.
Die von der in Cuneo ansässigen Busgesellschaft BENESE  betriebenen Verbindungen in die Valli Maira, Grana und Gesso fehlen damit ebenso wie lokale, nur temporär angebotene Linien.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

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Terme di Valdieri: Casa della Bela Rosin nun Hotel-Dépendance

Die Never Ending Story um die Verwendung der beiden erhaltenen Chalets im ‚Schweizer Stil‘, die Vittorio Emanuele II. 1857 in Terme di Valdieri errichten ließ, scheint ein Ende gefunden zu haben. Allerdings kein gutes, um dies gleich vorweg zu nehmen.

Casa della Bela Rosin - Terme di Vadieri - Foto: © Wolfram Mikuteit

Im Sommer 2007 – vor nunmehr 6 Jahren – war die mit öffentlichen Fördergeldern durchgeführte Renovierung der beiden Gebäude abgeschlossen worden. Wir berichteten damals darüber, dass in der ‚Casa della Bela Rosin‘ und dem ‚Casino di Caccia’ zeitnah ein kleines Albergo und ein Restaurant untergebracht werden sollten.

Vittorio Emanuele II. machte Entracque-Valdieri zu einem seiner Jagdreviere, baute hier eine Sommerresidenz und diverse Jagdhäuser.Während er selbst lieber in der Reale Casa di Caccia auf der Valasco-Hochebene nächtigte, ließ er für Rosa Vercellana dies Häuschen erbauen. Mit ihr lebte der König fast 30 Jahre lang bis zu seinem Tod zusammen und heiratete sie 1869 morgantinisch. Oder wie unsere Großmütter noch gesagt hätten: „zur linken Hand“.

Ein schöner Plan, der allerdings im Sande verlief. Denn zwei Ausschreibungsrunden, mit denen ein geeigneter Pächter gefunden werden sollte, verliefen erfolglos. Wie wir zwei Jahre später konstatieren mussten.

Reale Case di Caccia - heute: Rifugio Valasco - Foto: © Wolfram Mikuteit

Im Sommer 2011 war es uns nur noch einen Kommentar wert, dass die ‚Casa della Bela Rosin’ – für die noch immer kein Pächter gefunden war – zwischenzeitlich dem Grand Hotel Royal als Gästehaus für noblen Besuch dient: Als Maria Pia di Savoia, die älteste Tochter des letzten Königs von Italien, im Jahr 2010 mit ihrer Familie in Terme di Valdieri weilte, konnte sie so fast standesgemäß untergebracht werden.
“Könnte man sich etwa eine bessere Verwendung für das mit EU-Mitteln wieder aufgebaute Chalet vorstellen? Honi soit qui mal y pense!“ schrieben wir damals – und prognostizierten, dass hier schon mal mit einem Problelauf Fakten geschaffen werden sollten, die mit der anfangs intendierten Planung für die beiden Chalets nur noch wenig zu tun haben würden.

früher Jagdrevier Entracque - Valdieri, heute der Weg zum Rifugio Questa, Foto: © Wolfram Mikuteit

Mit „Novità 2013“ kündigt nun das Grand Hotel Royal – Terme di Valdieri auf seiner Homepage an, dass ab dieser Saison neben den 100 Zimmern im Hauptgebäude auch in den zwei Chalets übernachtet werden kann.

Grand Hotel Terme di Valdieri - Foto: © Wolfram Mikuteit

Welch sinnvolle Verwendung öffentlicher Fördermittel!
Wer dagegen keine 100 Euro pro Nacht berappen will, hat nachwievor wenig Auswahl in Terme di Valdieri:
Außer dem kargen Posto Tappa GTA gibt es lediglich das Albergo Turismo. Das allerdings hat nun endlich auch eine Homepage, was die Kontaktaufnahme erleichtert: www.albergo-turismo-terme-valdieri.it.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

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Susatal – Forte di Exilles vorübergehend geschlossen

Das gewaltige Forte di Exilles, das auf einem Felssporn zwischen Susa und Salbertrand am Zugang zum oberen Susatal steht, ist immer einen Besuch wert. Wer sich für Alpenfestungen und deren stets ‚wechselvolle Geschichte‘ interessiert, wird sich die Anlage nicht entgehen lassen wollen, in der zudem – als ‚Sahnehäubchen’ – das Museo Nazionale della Montagna des Club Alpino Italiano (CAI) Turin ein äußerst sehenswertes Museumsareal eingerichtet hat:


Wer auch immer die Region gerade beherrschte, machte sich die strategisch günstige Lage nutzbar und baute hier Befestigungsanlagen, sodass das heutige Fort auf den Ruinen all seiner Vorgänger steht. Nach Kelten, Römern und den Herrschern der Dauphiné waren es im 16. Jahrhundert die Baumeister der französischen Könige Heinrich IV. (Jean de Beins) und Ludwig XIV. (Vauban), die Pläne lieferten für den Bau einer richtigen Sperranlage – die dann doch dem Ansturm der Savoyer nicht standhielt, was u.a. dazu führte, dass mit dem Frieden von Utrecht 1713 die Franzosen das obere Susatal verloren und nun die Baumeister der savoyischen Könige in Exilles weiterbauten. Bis die napoleonischen Truppen kamen und die Anlage kurzerhand schleiften, wofür sie immerhin zwei Jahre benötigten (1796 –1798). Mit dem Sturz Napoleons und der Wiederherstellung der ‚alten Ordnung‘ fiel die gesamte Region an Savoyen zurück, das sich nun dank der gewaltigen Reparationszahlungen, die Frankreich auferlegt wurden, große neue Festungsanlagen erlauben konnte, getreu dem Motto „in jedem Tal ein Fort“. Neben Exilles u.a. auch die Festungen Fenestrelle im Chisone- und Esseillon im Arctal.

Von einigen später vorgenommenen Änderungen abgesehen, entspricht das heutige Forte di Exilles dieser in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gebauten Anlage.


Ab heute (21. Mai 2013) ist das Forte di Exilles allerdings geschlossen – vorübergehend, wie wir hoffen:
Kaum ist der neue Fahrstuhl eröffnet worden, für den die Region Piemont in den vergangenen Jahren 5 Millionen Euro ausgegeben hat, stehen Zahlungsverpflichtungen für den laufenden Unterhalt aus. Was nun zur Schließung führte.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

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Granatal – Übernachtungsmöglichkeiten und Preise für 2013

Wie für das benachbarte Mairatal hat die Comunità Montana Valli Grana e Maira auch für das Granatal einen Flyer mit den für 2013 gültigen Preisen aller Übernachtungsstätten, vom Hotel bis zum Bivacco, online gestellt.

Granatal - Santuario San Magno, Foto: © Wolfram Mikuteit

OSPITALITA’ IN VALLE GRANA 2013 als PDF (346 kb).

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

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Mairatal – Übernachtungsmöglichkeiten und Preise für 2013

Seit Anfang dieses Jahres besteht die Comunità Montana Valli Grana e Maira zwar offiziell nicht mehr (einer der vielen, wenig nachvollziehbaren Beschlüsse der Region Piemont hat – kaum waren die Comunità Montane am grünen Tisch zusammengelegt worden – nun ihre vollständige Auflösung besiegelt), einen 27-seitigen Flyer mit den für 2013 gültigen Preisen aller Übernachtungsstätten, vom Hotel bis zum Bivacco, hat sie aber noch online gestellt.

Mairatal - Gardetta-Hochebene und Rocca la Meja, Foto: © Wolfram Mikuteit

Genießen wir diesen Service – wer weiß, ob es ihn in Zukunft noch geben wird.

OSPITALITA’ IN VALLE MAIRA 2013 als PDF (524 kb).

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

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