Archiv der Kategorie: Pesiotal

Unser Piemont Wanderführer – 2. aktualisierte Auflage 2017

Spät kommt sie, aber sie kommt: die Mitteilung, dass unser im Michael Müller Verlag verlegter Piemont Wanderführer in aktualisierter Neuauflage erschienen ist.

Piemont WanderführerDurch den Gran Paradiso-Nationalpark, durch okzitanische Täler, die Dolomiten von Cuneo, Seealpen und Marguareis-Massiv führen die 38 ausgewählten Touren durch den piemontesischen Westalpenbogen.

Die Beschreibungen der Touren – unten geben wir vorab eine grobe Übersicht – führen entlang nummerierter Wegpunkte, die in Text, Karte und Höhenprofil aufeinander abgestimmt sind, präzise zum Ziel. Der Tour-Info-Kasten bietet alle nötigen und viele zusätzlichen Infos zur Strecke, aus denen exakt ablesbar ist, was einen unterwegs erwartet. Inklusive aller Einkehrmöglichkeiten mit Adressapparat und Öffnungszeiten.

Den Touren vorangestellt ist eine ausführliche Einleitung, die neben der Wanderlogistik (Bus- und Bahnlinien mit Fahrplänen für die An- und Abfahrt, beste Standorte, Tipps zur Tourplanung etc.) ausführliche Kapitel zu Gesteinen, Fauna und Flora der Region bietet und darüberhinaus detaillierte Klimainformationen mit Tabellen für Temperaturen, Niederschlägen und Tageslängen.

Dass zum handlichen Wanderführer auch die GPS-Tracks für alle Touren von der Homepage des Verlages herunterladbar sind, versteht sich heute von selbst.

Und klar abgesetzt vom Wandertext bietet der Wanderführer nach dem „Alles-im-Kasten“-Prinzip der MM-Reiseführer auch sehr viele interessante Hintergrundgeschichten. LeserInnen unseres Blogs werden wissen, dass wir darauf nicht hätten verzichten wollen …

Zum Inhalt:

Gran-Paradiso-Region und Lanzo-Täler

Vier unserer Touren führen durch den Nationalpark Gran Paradiso, das größte Naturschutzgebiet des Piemonts. Er wurde bereits 1922 geschaffen, ist damit der älteste Nationalpark Italiens – und der zweitälteste alpenweit. Aus dem ehemaligen Jagdrevier Vittorio Emanuele II. ist der Nationalpark hervorgegangen, der heute zu den Regionen Aostatal und Piemont gehört. Die verbliebenen, teilweise noch sehr gut erhaltenen Jagdsteige bieten dem Wanderer von heute ausgezeichnete Gelegenheiten, auf breiten, technisch nicht anspruchsvollen Wegen auch in große Höhen vorzudringen. Nivolet-HochebeneAuch das Herz des Gran-Paradiso-Nationalparks, die als „Cuore del Parco“ bezeichnete Nivolet-Hochebene unterhalb des namensgebenden Viertausender, teilen sich die Regionen Piemont und Aostatal – aus dem ruhigen piemontesischen Orcotal ist sie aber am besten erreichbar. Drei unserer Touren nehmen hier ihren Ausgang, womit eine grandiose Aussicht auf den Gran Paradiso (4.061 m) und die ihn umgebenden vergletscherten Gipfel gewährleistet ist. In die bezaubernde Seenlandschaft einer der schönsten Hochebenen der Alpen, auf die Piani di Rosset, auf den auch für Wanderer trotz seiner 3.438 m mühelos erreichbaren Mont Taou Blanc und über königliche Jagdsteige führen die hier vorgestellten Wanderungen. Eine vierte Tour unterhalb der mächtigen Gipfel der Tre Levanne gibt die Möglichkeit, die andere Hangseite des Orcotals kennenzulernen. In die im deutschsprachigen Raum nahezu unbekannten sog. Lanzo-Täler führen zwei weitere Touren. Dorthin, wo das Turiner Großbürgertum auf den Geschmack der Sommerfrische kam, wovon noch ihre zum Teil gut erhaltenen Jugendstilvillen zeugen, und sich die Gründerväter des italienischen Alpenvereins CAI ihre ersten Sporen verdienten. Tief eingeschnitten, von hohen Gipfeln umgeben und ebenso stark von Abwanderung betroffen wie das nördlich gelegene Orcotal sind auch das Ala- und das Viùtal. Rifugio Gastaldi An ihren Talschlüssen liegen aber jeweils weite Hochplateaus, die zum Wandern wie geschaffen sind. Im Alatal erreicht man von der Pian della Mussa auf einem alten Saumweg das Rifugio Gastaldi, und im südlich gelegenen Viùtal ist der Lago di Malciaussia Ausgangspunkt für eine Tour zum Colle della Croce di Ferro.

 

Susatal

Natürlich führt eine Tour zu dem berühmtesten Kloster des Tals, Sacra di San Michele - Foto: © Wolfram Mikuteit der gewaltigen die Sacra di San Michele. Ein anderes, das im Jahr 726 gegründete Kloster von Novalesa, liegt unterhalb des Colle di Moncenisio. Und dorthin wandert man auf einer Panoramarunde, die um den – bereits zu Frankreich gehörenden – Lago di Monceniso führt, der von einem ganzen Kranz markanter Höhenforts aus dem ausgehenden 19. Jh. umrahmt ist. Und auch der höchste Wallfahrtsort der gesamten Alpen liegt im Susatal: Die auf 3.538 m Höhe stehende Kapelle Santa Maria auf dem Rocciamelone, einem auch für Wanderer problemlos zugänglichen Dreieinhalbtausender. Durch den Grand Bosco di Salbertrand geht es auf Wegen, die die Waldenser für die Heimkehr in ihre Täler nutzen, zur Testa dell’Assietta. Valle Stretta Und dann noch ein Klassiker, der beim Thema Wandern im Piemont stets vergessen wird, weil das Valle Stretta zwar diesseits des Alpenhauptkammes liegt, aber seit 1947 zu Frankreich gehört: Durch diese 1a-Destination für Wanderer führt um das markante Kalkriff des Grand Serru herum eine Tour zur Wallfahrtskapelle auf dem Mont Thabor.

 

Waldensertäler und Monviso-Region

In den sog. Waldensertälern, den Valli Valdesi, in denen sich Anhänger einer im 12. Jh. vom wohlhabenden Kaufmann Petrus Valdes gegründeten vorreformatorischen Laienbewegung – mal geduldet, mal brutal unterdrückt – haben halten können, führt eine Rundtour durch das Chisonetal, vorbei am Forte di Fenestrelle, der in 122 Jahren Bauzeit entstandenen spektakulärsten Festungsanlage der gesamten Region. Im weiter südlich gelegenen Germanascatal erleichtert ein Sessellift – eine Rarität in dieser Region – den Zugang zu den Tredici Laghi. Durch das Pellicetal, der Hochburg der Waldenser, verlief früher eine wichtige alpenquerende Handelsroute, der wir auf die weite Hochebene Conca del Prà zum Rifugio Willy Jervis folgen. Rifugio Pian del Re mit Monviso Varianten in alle Himmelsrichtungen gibt es on top. Hier ist man bereits recht nah am Monviso, dem mit 3.841 m höchsten Berg der Cottischen Alpen. Im Piemont wird dieser Berg als Re di Pietra, König aus Stein, heiß verehrt. Auch wir zollen diesem Berg natürlich Tribut und widmen ihm drei Touren. Eine kleine, aber feine Seenrunde beginnt bei den Quellen des Po. Eine längere Runde führt u.a. zum ältesten Tunnel der Alpen am Colle delle Traversette und weiter über einen Alpini-Steig zum Rifugio Giacoletti. Und weil der Monviso so viele unterschiedliche Seiten/ Gesichter hat, aus jeder Richtung anders aussieht, stellen wir auch den 3-tägigen Giro di Viso/ Giro del Monviso vor. Viel tiefer, am Eingang zum Potal, ist bei Balma Boves ein spannendes Stück Siedlungsgeschichte zu bestaunen.

 

Dolomiten von Cuneo

Seitdem das Mairatal im deutschsprachigen Raum längst kein Geheimtipp mehr ist, sondern sich peu à peu zu einer sehr angesagten Wanderdestination entwickelt, hört man auch den Ausdruck „Dolomiten von Cuneo“ bei uns immer öfter. Man versteht darunter die Region der jeweils oberen Talbereiche zwischen Varaita– und Sturatal. Wir legen diesen Begriff etwas weiträumiger aus und beziehen auch die unteren Talbereiche mit ein. Im Varaitatal ist der Bosco dell’Alevè mit 825 ha einer der größten Zirbelkiefernwälder der Alpen. Laghi Blu Höher hinaus führt eine Wanderung zu den Laghi Blu am Col Longet, einem Übergang zum französischen Ubaye-Tal. Das Mairatal weist schon am Eingang eine geologische Spezialität auf: Hier stehen mit den Ciciu del Villar über 400 pilzförmige Felsformationen, entstanden als Ergebnis der letzten Eiszeit. Alle weiteren Touren haben ihren Ausgangspunkt im oberen Talbereich, führen rund um das markante Kalkriff der Rocca Provenzale, auf den Sentiero Frassati und unterhalb der Gardetta-Hochebene rund um den kleinen Lago Nero. Lago Nero mit Monviso im Hintergrund - Foto: © Wolfram Mikuteit Dazu stellen wir zwei Etappen des mittlerweile legendären Maira-Tal-Weges (Percorsi Occitani) vor, die über die schier unendlich anmutende Weite der Gardetta-Hochebene mit ihren dolomitenähnlichen Gipfeln und den so charakteristischen Gipstrichtern führen. Im Granatal läßt sich der Besuch der imposanten Wallfahrtskirche Santuario di San Magno sehr gut mit einer kurzen Wanderung über den Colle dei Morti verbinden.

 

Seealpen und Ligurische Alpen

Wo der Alpenhauptkamm seine Richtung ändert, von der Nord-Süd-Richtung in die West-Ost-Richtung schwenkt, beginnen die Seealpen. Den Anschluss nach Osten bilden die Ligurischen Alpen.  Was beide Gebirgsgruppen miteinander verbindet ist ihre Nähe zum Mittelmeer, die an manchen Stellen nicht mehr als 60, manchmal auch nur 40 km Luftlinie beträgt. Weshalb man sie in Italien manchmal zusammenfassend Alpi di Mare nennt – was im deutschsprachigen Raum oft zu definitorischer Konfusion führt. Schließlich ist bereits irritierend, dass ein Teil der Ligurischen Alpen noch im Piemont liegt.

In den Seealpen führt eine Tour vom knuffigen Rifugio Becchi Rossi zum Colle di Puriac, eine andere über den Sentiero del Ecomuseo von Pontebernardo nach Sambuco. Bei der Tour zu den Laghi Lausfer, die ihren Ausgang in Sant’Anna di Vinadio, am höchstgelegenen Kloster der Alpen, nimmt, ist man bereits recht nah am Parco Regionale delle Alpi Marittime, dem für seine große Steinbockpopulation berühmten Seealpen-Naturpark. Steinböcke in den Seealpen Unsere Touren leiten zum Rifugio Dante Livio Bianco, rund um den Pian del Valasco über das Rifugio Questa, zum Lagarot di Lourousa und zum Lago del Chiotas.
Direkt auf den italienisch-französischen Grenzkamm führen zwei Touren am Colle di Tenda. Noch ein Stück weiter nach Osten gelangt man in die Ligurischen Alpen und den Parco Regionale Alta Valle Pesio e Tanaro, der inzwischen Parco Naturale del Marguareis heißt. Hier haben wir eine kurze Rundwanderung ab Pian delle Gorre zur spektakulären Cascata del Pis ausgewählt und stellen einen dreitägigen Giro del Marguareis vor.

 

Sabine Bade und Wolfram Mikuteit

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Das Rifugio Garelli erhält als erste alpine Schutzhütte eine Pflanzen-Kläranlage

… und Plan Les Fontainettes am Lac du Mont Cenis die nächste.

Kein Wunder, dass gerade am Rifugio Garelli im Parco naturale del Marguareis im Rahmen des italienisch-französischen Gemeinschaftsprojektes „Alcotra FITODEP“ erforscht wurde, was zukunftsweisend für alle Schutzhütten im Alpenraum sein könnte: Abwasser über eine Pflanzen-Kläranlage zu reinigen.

Die extrem artenreiche Flora in dieser Region bot beste Voraussetzungen für die Auswahl der Pflanzen, die sich am besten dafür eignen, organische Stoffe zu recyceln. Nicht umsonst ist im Valle Pesio auch die ‚Samenbank‘ des Piemonts, die ‚Banca del germoplasma vegetale della flora autoctona del Piemonte‘ angesiedelt. Die ausgesuchten Pflanzen – besonders geeignet sollen Wiesen-Sauerampfer, Schmalblättriges Weidenröschen, Weiße Taubnessel, Myrrhenkerbel, Fieberklee und die Sumpfdotterblume sein – wurden dann neben der auf knapp 2.000 Meter Höhe gelegenen und nur zu Fuß erreichbaren Hütte angepflanzt, um zu testen, ob sie dort auch gedeihen.

Das scheint geklappt zu haben: Im Juni 2014 – mit Beginn der neuen Saison – soll die Pflanzen-Kläranlage für das Rifugio Garelli in Betrieb gehen.

Die zweite Anlage dieses Pilotprojektes soll in Frankreich bei Plan des Fontainettes am Col du Mont-Cenis entstehen.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

 

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Trekking für Pflanzenliebhaber in den Ligurischen Alpen

Der Parco naturale del Marguareis, der Einen oder dem Anderen vielleicht noch als ‚Parco naturale Alta Valle Pesio e Tanaro’ bekannt, bietet in diesem Sommer (28.6.-3.7.2013) ein einwöchiges ‚botanisches Trekking‘ an, das vom Valle Pesio bis ans Mittelmeer führt. Und wendet sich damit explizit auch an deutschsprachige Wanderer und Naturliebhaber.

Begleitet wird die Wanderung durch die extrem artenreiche Flora der ligurischen Alpen (ca. 1.500 Arten) von den Naturführern Karen Kloss und Ivan Pace, zudem einem Parkranger und einem Botaniker. Damit dürften unterwegs keine Fragen offen bleiben.

Nach kurzer Einstimmung im Besucherzentrum des Naturparks in Chiusa di Pesio (verbunden mit einem Besuch in der ‚Banca del germoplasma vegetale della flora autoctona del Piemonte‘, der ‚Samenbank‘ des Piemont) wird gewandert: 

  Rifugio Garelli

Vom Rifugio Pian delle Gorre zunächst über einen Abschnitt des Giro del Marguareis zum Rifugio Garelli mit dem nach den Botanikern Emile Burnat und Clarence Bicknell benannten Alpingarten, weiter zum Rifugio Barbera und von dort ab mit Schlenkern in die Täler entlang der italienisch-französischen Grenze Richtung Süden. Dass auch der ‚Sentiero degli Alpini’ unterhalb von Monte Toraggio und Monte Pietravecchia zum Programm gehört, versteht sich von selbst.

Das komplette Programm gibt es hier als PDF-Download.

Übernachtet wird in Berghütten und Hotels. Der Preis für die einwöchige botanische Wanderung (Übernachtung, Frühstück, Picknick und Abendessen, Gepäcktransport und Transfers während der Tour) wird in etwa bei 450 Euro liegen.

Weitere Informationen können bei Karen erfragt werden: todokaren@gmx.de.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

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Eingeordnet unter Ligurische Alpen, Pesiotal, Tanarotal

Aus dem ‚Parco naturale Alta Valle Pesio e Tanaro‘ wurde der ‚Parco naturale del Marguareis‘

Als im Jahr 1978 der ‚Parco naturale Alta Valle Pesio e Tanaro’ gegründet wurde, stand die Unterschutzstellung dieser 6.770 ha großen faszinierenden Karstregion zu Füßen der Punta Marguareis (2.651 m) eindeutig im Vordergrund.
Rifugio Garelli
im Herzen des Parks gelegen – Rifugio Garelli, 1.970 m

Erst später fiel auf, dass mit diesem etwas sperrigen Namen ein Wettbewerbsnachteil verbunden war. Anscheinend sind auch im Piemont die oberen Talbereiche von Pesio und Tanaro längst nicht jedem ein Begriff. So blickte man begehrlich auf den viel bekannteren Seealpen-Park und suchte nach einem prägnanteren Namen. Seit Jahren wabert nun schon das Gerücht durch die Region, dass es zu einer Umbenennung kommen soll.
Seit dem 1. Januar 2012 heißt das Schutzgebiet nun offiziell ‚Parco naturale del Marguareis‚.

Und wir drücken die Daumen, dass die Marketing-Spezialisten recht hatten, Namen doch nicht nur Schall & Rauch sind und sich der eine oder die andere die Mühe macht, in den ligurischen Alpen nach der Punta Marguareis zu suchen.
Lohnenswert ist das allemal, weswegen wir in unseren Piemont-Wanderführer u.a. auch mit der 3-Tage-Tour des kleinen ‚Giro del Marguareis’ eine hochattraktive Wanderung um den höchsten Gipfel der Region aufgenommen haben.
Punta Marguareis
Punta Marguareis, 2.651 m

Pflanzenliebhaber kommen dabei voll auf ihre Kosten: Laut Statistik gibt es in diesem Naturpark 1.488 der insgesamt 5.600 in Italien beheimateten Pflanzenarten, darunter die als ‚Frauenschuh’ bekannte seltene Orchidee. Die Region – wegen der sehr eindrücklichen, fast weißen Karstformationen, Karrenfelder und Dolinen haben der Region den Beinamen ‚Kleine Dolomiten’ eingetragen – birgt darüberhinaus unterirdische Gänge von über 150 Kilometer Länge, was das Marguareis-Massiv zu einem wahren Eldorado für Höhlenforscher macht.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

 

 

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Unser Piemont-Wanderführer ist jetzt erschienen

Kurz und knapp zum Thema „Der piemontesische Westalpenbogen ist viel zu attraktiv, um ihn Weitwanderern zu überlassen!“ die Meldung, dass unser Piemont-Wanderführer jetzt erschienen ist.

Piemont Wanderführer mit 38 Touren und GPS-Tracks zum Herunterladen,
Michael-Müller-Verlag 2010, ISBN 978-3-89953-566-2,
240 Seiten, 14,90 €

Bei Bestellung über den Michael-Müller-Verlag erfolgt die Lieferung innerhalb Deutschlands versandkostenfrei.

Download Leseprobe 1, Tour 15: Monviso-Region: Von Villanova zum Rifugio Willy Jervis auf der Hochebene Conca del Prà

Download Leseprobe 2, Tour 24: Mairatal: Rund um die Rocca Provenzale

Wir haben den Piemont-Wanderführer bereits im Frühjahr ausführlich vorgestellt, sodass wir heute nur noch das Inhaltsverzeichnis nachliefern.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

Gran-Paradiso-Region und Lanzo-Täler
Tour 1      Kleine Seenrunde im Herzen des Gran Paradiso
Tour 2      Von der Nivolet-Hochebene zum Mont Taou Blanc
Tour 3      Vom Colle del Nivolet über die Laghi Losere ins Orco-Tal
Tour 4      Vom Lago di Ceresole Reale zum Rifugio Guglielmo Jervis und Colle di Nel
Rifugio Gastaldi und Bessanese Tour 5      Vom Pian della Mussa zum Rifugio Gastaldi
Tour 6      Vom Lago di Malciaussia über die Pässe Croce di Ferro und Coupe

Susa-Tal
Tour 7      Auf Pilgerwegen rund um die Sacra di San Michele
Rocciamelone Tour 8      Zum höchsten Wallfahrtsberg der Alpen, dem Rocciamelone
Tour 9      Panoramarunde um den Lago del Moncenisio
Tour 10      Von Salbertrand zur Testa dell’Assietta
Tour 11      Durch das Valle Stretta zum Wallfahrtsberg Mont Thabor

Waldensertäler und Monviso-Region
Tour 12      Runde beim Forte di Fenestrelle
Tour 13      Vom Rifugio Selleries zu den Laghi La Manica und Laus
Tour 14      Von Prali zu den Tredici Laghi
Tour 15      Von Villanova zum Rifugio Willy Jervis auf der Hochebene Conca del Prà
Tour 16      Zur Felsensiedlung Balma Boves
Tour 17      Kleine Seenrunde an den Quellen des Po
Buco di Viso und Colle delle Traversette Tour 18      Zum Colle delle Traversette und Rifugio Giacoletti
Tour 19      Giro del Monviso – Drei-Tage-Tour um den »König aus Stein«

Dolomiten von Cuneo
Tour 20      Zum Rifugio Bagnour in den Bosco dell’Alevè
hinterm Col Longuet - bereits in Frankreich Tour 21      Zu den Laghi Blu und über den Col Longet hinweg
Tour 22      Zu den steinernen Pilzen Ciciu del Villar
Tour 23      Zum idyllischen Bergsee Lago Nero unterhalb der Gardetta-Hochebene
Tour 24      Rund um die Rocca Provenzale
Tour 25      Auf dem Sentiero Pier Giorgio Frassati zu den Pässen Cavalla und Munie
Tour 26      Zwei-Tage-Tour auf dem Maira-Weg über die Gardetta-Hochebene
Tour 27  Kurze Runde über den Colle dei Morti

Seealpen und Ligurische Alpen
Tour 28      Auf Schäferwegen von Pontebernardo nach Sambuco
Tour 29      Von Sant’Anna di Vinadio zu den Laghi Lausfer
Tour 30      Auf Schmugglerpfaden von Ferrere zum Colle di Puriac
Tour 31      Von Sant’Anna di Valdieri zum Rifugio Dante Livio Bianco
Tour 32      Runde zum Rifugio Genova-Figari am Lago del Chiotas
durch den Schnee zum Rifugio Questa
Tour 33      Auf königlichen Spuren rund um die Hochebene Pian del Valasco
Tour 34      Von Terme di Valdieri zur Hochebene Lagarot di Lourousa
Tour 35      Von Limonetto über den Grenzkamm zum Fort Pernante
Tour 36      Zu den östlichen Festungen am Colle di Tenda
Tour 37      Zu den Wasserfällen beim Pian delle Gorre
Tour 38      Kleiner Giro del Marguareis – Drei-Tage-Tour

 

 

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Die Tour de France führt 2008 auch durch die Seealpen und die Ligurischen Alpen

Bei der nächsten Tour de France werden zwei von insgesamt fünf Bergetappen in der südlichsten Region der Westalpen ausgefahren, einer Art ‚Terra Incognita‘ für die meisten Menschen nördlich der Alpen:
Die 15. Etappe führt vom französischen Digne-les-Bains über den Col de Larche/ Colle della Maddalena durch das italienische Sturatal und endet in Prato Nevoso, einer kleinen Skistation, die zur Gemeinde Frabosa Sottana im Val Pesio gehört.
Nach einem Ruhetag in Cuneo führt die 16. Etappe nochmals durch das Sturatal, passiert am Col de la Lombarde/ Colle della Lombarda wieder die Grenze zu Frankreich und erreicht das Tinéetal, wo noch der Col de Restefond und die ‚Bonette-Schleife‘ (2.802m) auf dem Programm stehen, bevor die Etappe in Jausiers endet.

Trunen am Colle della Lombarda Trunen am Colle della Lombarda

Vom Fernsehen übertragene sportliche Großereignisse sollen Regionen dazu verhelfen, ihre Bekanntheit nachhaltig zu stärken und den Tourismus anzukurbeln. So jedenfalls die Theorie. Die Praxis hat jedoch gezeigt, dass zum Beispiel die Berichterstattung über die Olympischen Winterspiele 2006 nicht gerade viel dazu beigetragen hat, den strukturschwachen Olympiatälern Val di Susa und Val Chisone bei Zuschauern nördlich der Alpen zu großer Bekanntheit zu verhelfen.

Nun naht im Sommer mit der Tour de France das nächste sportliche Großereignis und damit eine Gelegenheit, einem großen Publikum die wunderschöne, bei uns aber weitestgehend unbekannte Region von See- und Ligurischen Alpen vorzustellen. Wäre es nicht einmal eine tolle Abwechslung, wenn sich die Kommentatoren der öffentlich-rechtlichen Sender ein wenig vertraut machen würden mit den geografischen, historischen und kulturellen Gegebenheiten der Täler, durch die das Peleton der Tour de France 2008 zieht? Wenn sie über Ghironda, Schmugglerwege, Wandermöglichkeiten in National- und Naturpark, historische Befestigungsanlagen und ganz aktuelle Abwanderung berichten würden? Nicht allein, um verwegene geografische Fehlzuordnungen zu vermeiden – wie sie etwa im Rahmen der olympischen Winterspiele unterliefen, was wohl aber nur den wenigen Piemontkennern auffiel – sondern vor allem, weil das ewige und nicht enden wollende Lamentieren über ‚sauberen Sport‘ einerseits und Doping andererseits nun wirklich nicht gerade unterhaltsam ist. Wenn aber die circa vierstündige Liveberichterstattung, die pro Tourtag geboten wird, stattdessen mit spannenden und wirklich informativen Geschichten aus diesem Teil der Alpen bereichert würde, käme das wenigstens im Rahmen der Tourismusförderung den Menschen in diesen strukturschwachen Regionen zugute. Aber bitte nicht bloß ablesen, was die Tourveranstalter als ‚Hintergrundinformationen‘ auf ihrer Homepage abgelegt haben! Denn sonst erfahren wir nicht viel mehr, als dass Prato Nevoso auch einen 9-Loch-Golfplatz hat und 70% der Bevölkerung von Digne-les-Bains in Sportvereinen organisiert sind!

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

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Einmal rund um den höchsten Berg der ligurischen Alpen

Wie man den roten Weg der Via Alpina in den Ligurischen Alpen ein wenig abkürzen kann, um direkt und ausgesprochen aussichtsreich vom Col de Tende ans Mittelmeer zu gelangen, haben wir unter dem Motto ‚Viele Wege führen ans Meer‘ bereits berichtet. Auch aufgezeigt, dass sich mit dem neu errichteten Rifugio Don Barbera am Colle dei Signori noch viele weitere Variationsmöglichkeiten eröffnen.

Eine davon möchten wir hier vorstellen: den Giro del Marguareis (*).

giro_marguareis

Rif. Mondovì, 1761m                                 2  Rif. Mongioie, 1555m
Rif. Piero Garelli, 1965                             4  Rif. Don Barbera, 2079
Rif. Pian delle Gorre, 1032                      6  Punta Marguareis, 2651

Dieser Rundweg führt durch den 1978 eingerichteten Parco Naturale Alta Valle Pesio e Tanaro, in dem laut Statistik – Blumenfreunde aufgemerkt! – 1488 der insgesamt in Italien beheimateten 5600 Pflanzenarten vorkommen, unter ihnen Enziane, Edelweiss, Männertreu, Knabenkraut, viele Lilienarten und auch die als ‚Frauenschuh‘ bekannte Orchidee.

Die durch Karst- und Erosionserscheinungen, denen auch der oft verwendete Beiname ‚Kleine Dolomiten‘ zu verdanken ist, geprägte Region ist aber auch für ihre vielen unterirdischen Höhlen und Gänge berühmt und ein wahres Eldorado für Speleologen. Die ersten Höhlen unterhalb der Punta Marguareis (2.651m), dem höchsten Berg der Ligurischen Alpen, wurden bereits Ende des 19. Jahrhunderts entdeckt. Sie gerieten danach etwas in Vergessenheit, machten aber wieder Schlagzeilen, als der französische Höhlenforscher Michel Siffre 1962 ganze 63 Tage in der Höhle von Scarasson verbrachte. Nachdem er bereits im Jahr zuvor Abflüsse der unterirdischen Gletscher erforscht hatte, diente dieser Selbstversuch in völliger Abgeschiedenheit in über hundert Meter Tiefe der Erforschung des menschlichen Biorhythmus.

In dieser also sowohl ober- als auch unterirdisch interessanten Region wurden nun einfach bereits existierende Wanderwege zwischen den fünf bewirtschafteten Hütten im Naturpark miteinander verknüpft, und fertig war der ‚Giro del Marguareis‘.

Als Einstiegsort für den fünftägigen Rundkurs bietet sich das Rifugio Pian delle Gorre im Valle Pesio an, von dem aus auch – kleines Schmankerl für Freunde des ‚unbeschwerten Wanderns‘ – Gepäcktransport angeboten wird. Der Weg beginnt mit der Etappe zum lichtdurchfluteten und auf sympathischste Weise geführten Rifugio Garelli direkt unterhalb der Punta Marguareis, führt weiter über die Rifugi Mondovi – Havis di Giogio und Mongioie unterhalb des gleichnamigen Gipfels (2.630m) zum neuen Rifugio Don Barbera am Colle dei Seignori und endet nach einem kleinen Schlenker über französisches Territorium wieder am Pian delle Gorre.

Wanderer, die auf der Via Alpina unterwegs sind, gelangen auf Etappe R149 am Col de la Boaria als ‚Quereinsteiger‘ auf den Giro und haben im weiteren Verlauf des in unserem Wanderführer beschriebenen Weges gleich mehrmals die Möglichkeit, zwischen Giro und originärer Via-Alpina-Strecke zu wechseln: am Passo di Duca, gleich hinter dem Rifugio Garelli, nach dem Colle del Pas und letztmalig bei Carnino Inferiore.

Hier einen Ratschlag zur Routenwahl geben zu wollen, ist uns unmöglich: alle vorhandenen Optionen haben großen Reiz, führen auf teils historischen Wegen ohne jegliche technische Schwierigkeit durch landschaftlich beeindruckendes Terrain. Nur einen kleinen Hinweis können wir geben, der sich allerdings bereits bei einem kurzen Blick in die Karte aufdrängt: der Abstieg am Passo di Duca zum Rifugio Pian della Gorre dürfte sich nur für Jene lohnen, die noch weiter zur nahegelegenen Certosa di Pesio möchten.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

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(*) Wer sich im französischen Royatal nach diesem Rundwanderweg erkundigt, sollte darauf achten, dass es nicht zu Verwechslungen mit der Route ‚Traversée du Marguareis‘ kommt!

Hierbei handelt es sich um einen 60 Kilometer langen Mtb-Kurs, der am Col de Tende beginnt, über die Grenzkammpiste bis zur Baisse de Sanson führt und im Royatal in Saint-Dalmas de Tende endet.

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