Stolpersteine in Turin

In Turin wurden am 10. und 11. Januar 2015 erstmals Stolpersteine verlegt.

Nachdem im Jahr 2010 in Rom die ersten italienischen Stolpersteine – “Pietre d’Inciampo” – verlegt wurden, entstanden (und entstehen nachwievor) in vielen italienischen Städten und Gemeinden Initiativen, die Verlegungen dieser kleinen, mit Messing überzogenen und in den Boden eingelassenen Gedenksteine organisieren, um an das Schicksal von Menschen zu erinnern, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, deportiert, ermordet, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.

In Turin wird das Stolperstein-Projekt von einem breiten Spektrum an Organisationen getragen, dem das Museo della Resistenza, die Jüdische Gemeinde, das Resistenza-Institut, die ANED (Nationale Vereinigung der Deportierten), das Goethe-Institut u.v.a.m. angehören. So konnten 27 Gedenksteine für TurinerInnen verlegt werden, die aus politischen oder rassistischen Gründen deportiert wurden.

Nun liegt beispielsweise vor dem Eingang der Schule am Corso San Maurizio 8 ein Stolperstein für Teresio Fasciolo:

Stolperstein Turin - Teresio Fasciolo, Foto: © Sabine Bade

Warum der 18-jährige Schüler nach Mauthausen deportiert und dort ermordet wurde, geht aus der knappen Inschrift leider nicht hervor. Dass sich der Junge den Partisanen der 2. Garibaldi-Division angeschlossen und in den Valli di Lanzo verhaftet, also „per motivi politici“ deportiert wurde, erfährt aber, wer das Stolperstein-Faltblatt mit ganz kurzen biografischen Notizen abruft. Darin sind auch die Verlegestellen eingezeichnet.

Weitere Stolpersteine in Turin:

Verlegestellen der Stolpersteine in Turin

  • in der Via Carlo Alberto 22 für Filippo Acciarini (politisch),
  • in der Via Po 25 für Michele Valabrega, seine Frau Maria Elena und Tochter Stella,
  • am Corso Regio Parco 35 für Lucio Pernaci (politisch),
  • am Corso Casale 10 für Luigi Porcellana (politisch),
  • am Corso Cairoli 32 für Lina Zargani,
  • am Corso Massimo D’Azeglio 12 für Eleonora Levi,
  • am Corso Marconi 38/40 für Gino Rossi,
  • in der Via Campana 18 für Luciano und Renato Treves (politisch),
  • in der Via Principe Tommaso 42 für Eugenio Nizza,
  • in der Via Principe Tommaso für Salvatore und Alberto Segre (politisch),
  • in der Via Gioberti 69 für Alfonso Ogliaro (politisch),
  • in der Via Fratelli Carle 6 für Alessandro, Germana, Luciana und Sergio Levi,
  • in der Via Amadeo Avogadro 19 für Marianna Sacerdote,
  • in der Via Giacinto Collegno 45 für Enzo Lolli,
  • in der Via Duchessa Jolanda für Donato Giorgio Levi,
  • in der Via Aurelio Saffi 13 für Rosetta Rimini und ihre Tochter Lidia Tedeschi,
  • am Corso Tassoni 33 für Corrado Lolli
  • und in der Via Vicenza 23 für Gelindo Augusti (politisch).

Spaziergang durch Turin auf den Spuren der Resistenza

So lässt sich nun der von uns beschriebene “Spaziergang durch Turin auf den Spuren der Resistenza” (unsere Tour 1 in Partisanenpfade im Piemont) um einen kleinen Stolperstein-Spaziergang erweitern.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

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Ferrovia del Drinc im Val di Cogne vor dem Aus?

Vor zwei Jahren haben wir darüber berichtet, dass im Aostatal der Tag der ins Vergessen geratenen Eisenbahnstrecken – ‚La Giornata nazionale delle Ferrovie dimenticate‘ – ganz unter dem Zeichen des Kampfes um die Ferrova del Drinc stand.
Das war auch dieses Jahr so. Allerdings erscheint das Vorhaben, die 12 Kilometer lange historische Eisenbahnverbindung zwischen dem Aostatal und dem Val di Cogne für den Personenverkehr zu nutzen, endgültig vor dem Aus zu stehen: Das Bahnhofsgelände in Cogne soll nach neuesten Plänen der Region zukünftig als Carabinieri-Kaserne genutzt werden.

Die Ferrovia del Drinc
Über hundert Jahre lang wurde im Valle di Cogne Eisenerz abgebaut. Erste Fundstellen waren bereits im 15. Jahrhundert identifiziert worden. Das Material aber aus dem abgelegenen Tal nach Aosta zu befördern, stellte ein großes Problem dar: Die erst 1918 angelegte Straße war im Winter meist durch Lawinenabgänge unpassierbar. Realisiert wurde deshalb eine kürzere – und ganzjährig nutzbare – Transportroute mitten durch das Bergmassiv, das das Valle di Cogne vom nördlich gelegenen Haupttal trennt.

Die oberhalb von Cogne in den auf über 2.400 Metern Höhe liegenden Minen von Colonna und Liconi abgebauten Erze wurden mit einem Materiallift ins Tal befördert und von dort mit der im Oktober 1922 eröffneten ‘Ferrovia del Drinc’ – fast durchgängig in Gallerien unter dem gleichnamigen Berg – in das Aostatal befördert. In Acque Fredde, etwas unterhalb der heutigen Skistation von Pila, stand ein weiterer Materiallift, mit dem das Erz hinunter nach Aosta schwebte.

1979 wurde die Mine aufgegeben und die Ferrovia del Drinc stillgelegt. Unmittelbar danach entstand die Idee, dieses für das Aostatal einmalige Kultur- und Industriedenkmal zu erhalten. Ein neuer Nutzungsplan wurde entwickelt: Die 12 Kilometer lange Eisenbahnverbindung zwischen Acque Fredde im Aostatal und Plan Praz bei Cogne sollte zukünftig für den Personenverkehr touristisch genutzt und durch die Anbindung an die Kabinenbahn Aosta – Pila eine schnelle Verbindung zwischen den Touristenorten Pila und Cogne sommers wie winters geschaffen werden. Ein tolle Idee, die 1984 auch in Angriff genommen wurde. Bis kurz vor der Einweihung – und nach der Investion von 30 Millionen Euro – das gesamte Vorhaben beendet wurde.

Da war der Gleiskörper längst erneuert, die Bahnhöfe fertiggestellt, Fahrkartenautomaten aufgehängt und Waggons mit Skiträgern angeschafft. Im Jahr 2010 warb an der Talstation der Kabinenbahn Aosta – Pila noch ein großes Plakat für den ‘trenino dei minatori’ nach Cogne.

Das Projekt war gestoppt und später ganz eingestellt worden, nachdem Studien diverse Mängel (u.a. im Belüftungssystem) zutage gebracht haben.

Für den Erhalt der Ferrovia del Drinc setzt sich vehement und von Legambiente unterstützt ein Bürgerkomitee ein, das auch den lesenswerten Blog „Curoe di  ferro Valle d’Aosta“ betreibt, auf den wir immer wieder gern verweisen.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

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Einwöchige Hüttentour durch die Seealpen auf der Via Alpina

Unter dem Titel „Schicksale auf der Via Alpina“ erschien in der September-Ausgabe (5/2014) des Magazin WANDERN.CH der Schweizer Wanderwege unser Artikel über eine einwöchige Hüttentour durch die Seealpen auf der Via Alpina:

„Hätten die Alpen ein Gedächtnis, könnten sie viel erzählen auf der Via Alpina durch die italienisch-französischen Seealpen: Von königlicher Jagdleidenschaft, von Hirten, die während der Bronzezeit ihre Zeichnungen hinterliessen und vom fehlgeschlagenen Exodus einer grossen Gruppe von jüdischen Frauen, Männern und Kindern auf ihrer Flucht vor den Nazis.“

Mittlerweile haben neben der Via Alpina auch die Region Piemont und die französische Wandervereinigung FFRandonée über unseren Artikel berichtet und ihn zum Download zur Verfügung gestellt. Was uns außerordentlich freut.

Hier nun auch von uns der Hinweis auf den Artikel, der sowohl in deutscher als auch französischer Sprache erschien:

Schicksale auf der Via Alpina (PDF 1.5 Mb)
Destins Scellés sur la Via Alpina (PDF 1.5 Mb)
 
Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

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NO TAV – Europäische Unterstützung für das Bahnprojekt „Lyon-Turin“ bröckelt

Im neuesten CIPRA-Newsletter Nr. 10/2014 berichtet die Internationale Alpenschutzkommission über eine kürzlich veröffentlichte Studie zur alpinen Verkehrspolitik im Auftrag des Europäischen Parlaments. Die Ergebnisse zur TAV-Strecke durch das Susatal erstaunen uns nicht:

Viele Fragezeichen bei „Lyon-Turin“
„Das Fazit der Studie zur geplanten neuen Bahnstrecke zwischen Lyon und Turin ist ernüchternd. Zum einen wurden wichtige Meilensteine in der Planung eines solchen Grossprojekts übersprungen: Kosten und der Nutzen von alternativen Varianten wurden nie vergleichend untersucht, die gesetzlich vorgeschriebene Umweltverträglichkeitsprüfung wurde nicht durchgeführt laut der Richtlinie. Die erste öffentlich zugängliche Kosten-Nutzen-Analyse wurde erst 2012, also 20 Jahre nach Beginn der Planungen, von den Promotoren erstellt. Bis heute fehlt eine wirtschaftliche Analyse für den Zeitraum, in der die Strecke tatsächlich in Betrieb ist. Transparenz und Beteiligung der Öffentlichkeit sind mangelhaft. Zum anderen stellt die Studie die Notwendigkeit der neuen Bahnstrecke in Frage: Denn die Berechnungen sind falsch, gemäss derer immer mehr Güter auf dieser Strecke transportiert werden müssen. Ausserdem reichen die Kapazitäten der bestehenden Linie noch für die nächsten 20 Jahre aus. Die Europäische Kommission will das Projekt nun nicht mehr als Gesamtes finanzieren, sondern nur die Gelder für die jeweiligen Teilabschnitte freigeben. Michael Cramer, Vorsitzender des Verkehrsausschusses des Europäischen Parlaments, sieht in dieser Reaktion eine erste Distanzierung vom Projekt.“

Wir meinen: Das wird auch langsam Zeit.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

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Buco di Viso in neuem Glanz

Die am ältesten „Straßentunnel“ der Alpen durchgeführten Bauarbeiten wurden Mitte Oktober 2014 abgeschlossen: Der etwas unterhalb des Colle Traversette (2.950 m) Italien und Frankreich verbindende Buco di Viso bekam auf französischer Seite ein neues Portal. Dass das eher dem Eingang einer Kasematte gleicht, wie in Foren bereits gefrotzelt wird, sei hier nur am Rande bemerkt. Passieren läßt sich der Tunnel nun jedenfalls kinderleicht.

Hier ein Youtube-Filmchen zur feierlichen Eröffnung:


Straßentunnel aus dem 15. Jahrhundert

Heute kaum vorstellbar verlief hier früher ein bedeutsamer Handelsweg zwischen Provence und Poebene, über den auch das damals für die Konservierung von Fleisch und Fisch benötigte Salz befördert wurde. Um den Verlauf dieser Salzstraße über den 2.950 Meter hohen Colle delle Traversette zu entschärfen, begann der Markgraf Ludovico II. von Saluzzo gleich zu Beginn seiner Regentschaft 1475 mit Frankreich Verhandlungen über ein Tunnelbauvorhaben zu führen und ließ den Tunnel schließlich 1479/1480 knapp 70 Meter unterhalb des Passes bauen. In nur 18 Monaten Bauzeit entstand so der älteste Straßentunnel der Alpen, in Höhe und Breite genau auf Mulikarawanen zugeschnitten. Verstehen lässt sich dieses damals sehr anspruchsvolle Unterfangen nur, wenn man die Insellage der von Savoyen umgebenen Markgrafschaft Saluzzo im ausgehenden 15. Jahrhundert bedenkt und in Rechnung stellt, dass andere Routen in die Provence, etwa die über den Colle della Maddalena im Stura- oder den Colle di Tenda im Royatal, stets durch gleich mehrere Kleinstaaten geführt hätten, wobei jeder Grenzübertritt mit der Entrichtung von Zöllen verbunden war.

Aber auch andere Widrigkeiten ließen den Markgrafen von Saluzzo einen Sonderweg wählen: So sollen beispielsweise in der kleinen, aber strategisch gut gelegenen Grafschaft Tende Plünderungen von Karawanen, unerlaubtes Erheben von überhöhten Wegezöllen, Beschlagnahmungen und Schikanen aller Art an der Tagesordnung gewesen sein.

Als die Markgrafschaft Saluzzo circa 100 Jahre nach Bau des Tunnels ihre Unabhängigkeit verlor, verlagerte sich der alpenquerende Verkehr auf weniger exponierte Strecken und die Zugänge des Tunnels wurden mit der Zeit verschüttet. Mehrmals wurde er für Fußgänger wieder passierbar gemacht, zuletzt durch die Maßnahmen im Rahmen eines grenzüberschreitenden Projektes, die jetzt abgeschlossen wurden. 271.000 € wurden ausgegeben, damit Wanderer auf dem Giro del Monviso, der Via Alpina und der GTA nicht mehr den halbverschütteten französischen Tunneleingang überklettern müssen.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

 

 

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Durch das Valle Gesso: Attraverso la Memoria 2014

Seit über 15 Jahren finden – jeweils am ersten Septemberwochenende – im italienischen Valle Gesso und im französischen Vallée de la Vésubie Gedenkwanderungen statt, die an die etwa 800 jüdischen Menschen erinnern wollen, die hier zwischen dem 9. und 13. September 1943 aus Saint-Martin-Vésubie vor den aus dem Süden vordringenden Nazis über den Alpenhauptkamm flohen.

Ihre Hoffnung, mit dem beschwerlichen Weg über die Pässe Finestra (2.474 m) und Ciriegia (2.543 m) und weiter über Entracque und Borgo San Dalmazzo in die Freiheit zu gelangen, trog: die Deutschen marschierten am 12. September auch in diese Region ein und besetzten die italienischen Stellungen. Viele der Flüchtlinge wurden von den Deutschen auf Basis der von Mussolini 1938 erlassenen ‚Rasse-Gesetze‘ festgenommen und in Borgo San Dalmazzo inhaftiert.

Am Bahnhof dieses kleinen Ortes am Eingang des Sturatales erinnert heute ein Mahnmal, das ‚Memoriale della Deportazione‘ daran, dass hier am 21. November 1943 insgesamt 329 Menschen dieser Fluchtgruppe in Güterwaggons gepfercht und in das Konzentrationslager Auschwitz transportiert wurden, wo 311 von ihnen ermordet wurden.

… auf den Percorsi Ebraici

Voriges Jahr haben wir an der Gedenkwanderung von San Giacomo di Entracque zum Colle di Finestra teilgenommen und darüber berichtet. In diesem Jahr findet die unter dem Motto „Attraverso la memoria / Marche de la mémoire“ stehende Gedenkwanderung am 7. September statt und führt von Terme di Valdieri zum Colle Ciriegia. Der sehr schöne Wanderweg von Gias della Casa hinauf zum Pass ist – wie auch jener über den Colle di Finestra – vom italienisch-französisch-schweizerischen Gemeinschaftsprojekt ‚La Memoria delle Alpi / La Mémoire des Alpes / Gedächtnis der Alpen’ als Freiheitspfad‚ als ‚Percorsi Ebraici‘, ausgewiesen.

Hier das Programm zum Download.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

 

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Vom Lago di Ceresole ins Val Grande der Lanzotäler

Die meistbegangene Route aus der Gran-Paradiso-Region in die Lanzotäler erfolgt über den Colle della Crocetta (2.641 m); sowohl die Grande Traversata delle Alpi als auch die Via Alpina nutzen diesen Weg, der seinen Ausgang am Lago di Ceresole hat.

Um die Hochebene Piano dei Morti, über die der Weg beim Aufstieg erfolgt, wurden diverse, gern nacherzählte Legenden gesponnen: So sollen Anfang des 19. Jahrhunderts in einer Winternacht Männer aus Bonzo, einem Dorf im Val Grande, den Colle della Crocetta überquert, nach Ceresole abgestiegen sein und sich der Kirchturmglocken der Pfarrkirche bemächtigt haben. Auf ihrem Heimweg fingen unterhalb des Passes die Glocken plötzlich laut an zu schlagen, wie durch ein Wunder, oder weil einfach in der Hast vergessen wurde, für den Abtransport die Klöppel auszuhängen. Alarmiert durch das Gebimmel setzten die noch schlaftrunkenen Bewohner Ceresoles den Glockendieben nach und erschlugen sie unterhalb des Passes. Im Val Grande erzählt man sich die Geschichte genau anders herum: Hier kamen die Diebe aus Ceresole und hatten es auf die Glocken von Groscavallo abgesehen. Erschlagen wurden sie an derselben Stelle.

Colle della Crocetta – Fluchtroute der Partisanen aus dem Valle Orco
Seltener als auf diese Legenden wird darauf hingewiesen, dass über den Colle della Crocetta während der 20 Monate der deutschen Besatzung Norditaliens eine vielgenutzte Flucht- bzw. Rückzugsroute der Partisanen verlief. Als im August 1944 die faschistischen Verbände, bestehend aus Deutschen, den Schwarzen Brigaden und der Decima Mas (faschistische Spezialeinheiten und Kleinkampfverbände der italienischen Marine), während einer großangelegten Auskämmungsaktion immer weiter in das Valle Orco vordrangen und den Partisanen nach der Schlacht um Ceresole Reale überdies die Munition ausging, setzten sie sich am 12. August 1944 über den Colle della Crocetta ins Val Grande nach Pialpetta ab – ließen den Pass aber nicht unbewacht. Als eine Abteilung der Decima Mas ihnen später nachsetzte und in Richtung Pass vorrücken wollte, kam es etwas unterhalb auf der Seite des Orcotals am 14. August 1944 zu einem blutigen Gemetzel, das die Partisanen für sich entscheiden konnten.

Wer weniger an Legenden als an historischen Informationen zum Valle Orco und der Gran-Paradiso-Region interessiert ist, sollte das Cà del Meist in Ceresole Reale besuchen: Im Erdgeschoss ist die Dokumentation Galisiaquarantaquattro mit dem Schwerpunkt der Tragödie am Colle Galisia zu sehen, im Obergeschoss die Biblioteca della Montagna Gianni Oberto untergebracht.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

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Eingeordnet unter Gedächtnis der Alpen, Gran Paradiso, GTA, Lanzotäler, Orcotal, Resistenza, Via Alpina