Wandern im Hinterland der Côte d’Azur

In einer Woche ist Ostern – was wir vor allem daran spüren, dass sich die Anfragen, ob und wo man denn momentan in den Westalpen bereits wandern könne, häufen.

Von den vielen Mehrtagestouren, die dafür in See- und Ligurischen Alpen nicht nur in Frage kommen, sondern zu dieser Jahreszeit sogar ganz besonders reizvoll sind, fiel uns als erstes die Route von Monaco in das Hinterland der Côte d’Azur ein: Strahlend blauer Himmel über dem Mittelmeer, Römerspuren, malerische Bergdörfer – und zu Beginn Kontraste, wie sie schärfer nicht ausfallen könnten.

Monaco haben die Wenigsten auf der Rechnung, wenn es um Wandern geht: man denkt dabei eher an viel Beton an azurblauer Küste, an das Casino Monte Carlo

montecarlo

und die Steueroase, das Formel-1-Rennen jedes Jahr im Mai, viel internationalen Jet Set und mehr oder minder skandalträchtige Mitglieder des Hauses Grimaldi, das seit Ende des 13. Jahrhundert im Fürstentum herrscht.
Monaco zählt aber auch zu den Alpenstaaten, hat die Alpenkonvention unterschrieben und ist der Ort, an dem der rote Weg der Via Alpina, der sich wie ein sprichwörtlicher ‚roter Faden‘ mit 161 Etappen und annähernd 2500 km durch acht Alpenstaaten bis nach Triest zieht, anfängt oder endet – je nach Betrachtungsweise oder Laufrichtung. Am 21. Juni 2002 wurde hier die Via Alpina mit einer von viel Prominenz begleiteten Wanderung nach La Turbie eingeweiht. An der Place du Palais, direkt vor dem monegassischen Schloss, erinnert eine Tafel an dieses Ereignis. Und genau hier beginnt auch der Weg über Peillon nach Sospel.

Auch nach Markierungen muss man nicht lange suchen: 18 mannshohe Hinweisschilder führen durch das nur 2 Quadratkilometer große Fürstentum, das schnell Richtung La Turbie verlassen ist. Die Wanderung führt direkt vorbei am gewaltigen Trophée des Alpes, das fast 50 Meter hohe Denkmal, das zu Ehren Kaiser Augustus im Jahre 6 vor Christus errichtet wurde und in dessen Sockel die Namen der 44 unterworfenen Alpenvölker eingemeißelt sind. Dahinter wird es einsam: keine Spur mehr vom Küstenrummel bis nach Peillon, einem dieser mal „Nid d’Aigle“ (Felsennest), mal „Village Perché“ genannten malerischen Dörfer im Hinterland.

peillon

Von hier aus ist in etwas über einer Stunde der Bahnhof der Tendalinie (Nizza – Sospel – Tende – Cuneo) im Paillontal zu erreichen, sodass sich diese Strecke auch gut für einen Tagesausflug eignet.

Schöner ist es, der Via Alpina weiter über Peille, den Col St-Bernard und die Baisse du Pape bis nach Sospel zu folgen. Der Reichtum, den der Ort als wichtige Station an der alten Salz- und Handelsstraße anhäufen konnte, hat vielfältige Spuren hinterlassen – die mittlerweile auch wieder schön restauriert und mit viel Tromp d’Oil-Malereien versehen wurden.

Von Monaco nach Peillon: Länge: 11,5 km, Gehzeit: ca. 4,15 Stunden
Von Peillon nach Sospel: Länge: 17 km, Gehzeit: ca. 5,45 Stunden

Durch das Royatal läßt sich diese Frühlingswanderung noch gut in Richtung Norden um einige Tage verlängern – aber davon ein andermal.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

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Eingeordnet unter Bus und Bahn, Seealpen, Via Alpina

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