Archiv der Kategorie: Gessotal

Durch das Valle Gesso: Attraverso la Memoria 2014

Seit über 15 Jahren finden – jeweils am ersten Septemberwochenende – im italienischen Valle Gesso und im französischen Vallée de la Vésubie Gedenkwanderungen statt, die an die etwa 800 jüdischen Menschen erinnern wollen, die hier zwischen dem 9. und 13. September 1943 aus Saint-Martin-Vésubie vor den aus dem Süden vordringenden Nazis über den Alpenhauptkamm flohen.

Ihre Hoffnung, mit dem beschwerlichen Weg über die Pässe Finestra (2.474 m) und Ciriegia (2.543 m) und weiter über Entracque und Borgo San Dalmazzo in die Freiheit zu gelangen, trog: die Deutschen marschierten am 12. September auch in diese Region ein und besetzten die italienischen Stellungen. Viele der Flüchtlinge wurden von den Deutschen auf Basis der von Mussolini 1938 erlassenen ‚Rasse-Gesetze‘ festgenommen und in Borgo San Dalmazzo inhaftiert.

Am Bahnhof dieses kleinen Ortes am Eingang des Sturatales erinnert heute ein Mahnmal, das ‚Memoriale della Deportazione‘ daran, dass hier am 21. November 1943 insgesamt 329 Menschen dieser Fluchtgruppe in Güterwaggons gepfercht und in das Konzentrationslager Auschwitz transportiert wurden, wo 311 von ihnen ermordet wurden.

… auf den Percorsi Ebraici

Voriges Jahr haben wir an der Gedenkwanderung von San Giacomo di Entracque zum Colle di Finestra teilgenommen und darüber berichtet. In diesem Jahr findet die unter dem Motto „Attraverso la memoria / Marche de la mémoire“ stehende Gedenkwanderung am 7. September statt und führt von Terme di Valdieri zum Colle Ciriegia. Der sehr schöne Wanderweg von Gias della Casa hinauf zum Pass ist – wie auch jener über den Colle di Finestra – vom italienisch-französisch-schweizerischen Gemeinschaftsprojekt ‚La Memoria delle Alpi / La Mémoire des Alpes / Gedächtnis der Alpen’ als Freiheitspfad‚ als ‚Percorsi Ebraici‘, ausgewiesen.

Hier das Programm zum Download.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

 

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Rufbus-System im Parco Alpi Marittime im Sommer 2014

Fixe Busverbindungen zwischen den Orten im Valle Gesso, wie es sie bis zum Jahr 2011 noch gab, wären zwar komfortabler – aber immerhin wird auch diesen Sommer ab 28. Juni 2014 im Seealpenpark wieder ein Rufbus zur Verfügung stehen.

Ein Service, der auch attraktive Tageswandertouren ermöglicht: So kann – wer den Bus rechtzeitig vorbestellt – von Terme di Valdieri durch das Vallone Lourousa zum Rifugio Morelli-Buzzi und weiter zum Colle del Chiapous aufsteigen und einfach bis zum Lago della Rovina weiterwandern, wo dann der Bus für die Rückfahrt nach Terme bereitsteht. Um hier nur ein einziges Beispiel zu nennen.

Informationen:

Der „Minibus a chiamata“ verfügt über 8 Plätze und ist täglich zwischen 28. Juni und 14. September von 8 Uhr bis 18 Uhr einsatzbereit. Die Fahrt muss 24 Stunden im voraus reserviert werden; die Kosten liegen zwischen 6 EUR (Entracque – Terme di Valdieri) und 12 EUR (Lago della Rovina – Terme di Valdieri) pro Person bei mindestens 2 Fahrgästen, ansonsten verdoppelt sich der Preis.
Vorbestellung: Audisio Dario 335- 6531024 (tägl. 8-18 Uhr).

Streckenplan mit Preisangaben zum Download

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

 

 

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Der Fluchtweg der Juden über die Seealpen

Aus dem Valle Gesso zum Colle di Finestra, besser noch: über die dort verlaufende Grenze zur Sanctuaire de la Madone de Fenestre zu wandern, ist immer lohnenswert. An jedem ersten Septembersonntag im Jahr aber etwas ganz Besonderes. Dann trifft man auf diesem Weg Menschen, die ein Stück tragischer Geschichte wachhalten, die an die etwa 800 Menschen erinnern wollen, die hier zwischen dem 9. und 13. September 1943 vor den aus dem Süden vordringenden Nazis über den Alpenhauptkamm flohen.

Dass zeitgleich die Deutschen auch Norditalien besetzten – woran dieser Tage nach genau 70 Jahren in vielen Orten Italiens von Boves bis Sant’Anna di Stazzema erinnert wird – wussten die Flüchtlinge damals nicht.

Percorsi Ebraici und Memoriale della deportazione
Das Département Alpes-Maritimes gehörte zur italienischen Besatzungszone Frankreichs, was den dort lebenden Juden Schutz vor der Deportation in die deutschen Vernichtungslager gewährte. Ausländischen Juden waren zwar Wohnorte in speziellen Internierungsorten zugewiesen worden, ausgeliefert wurden sie trotz unverhohlener Proteste des „Achsenpartners“ aber nicht. Allein in Saint-Martin-Vésubie lebten zum Zeitpunkt des italienischen Kriegsaustritts am 8. September 1943 etwa 2.000 Juden unterschiedlichster Nationalitäten, nun massiv bedroht, nachdem sich die Italiener über die Alpen zurückziehen mußten. Etwa 1.000 Juden, darunter Frauen, Kinder und alte Menschen, suchten nun, da die Deutschen von Süden vorrückten, einen Weg nach Italien. Ihre Hoffnung, mit dem beschwerlichen Weg über die Pässe Finestra (2.474 m) und Ciriegia (2.543 m) und weiter über Entracque und Borgo San Dalmazzo in die Freiheit zu gelangen, trog: die Deutschen marschierten am 12. September auch in diese Region ein und besetzten die italienischen Stellungen. Viele der Flüchtlinge wurden von den Deutschen auf Basis der von Mussolini 1938 erlassenen ‚Rasse-Gesetze‘ festgenommen und in Borgo San Dalmazzo inhaftiert.

Am Bahnhof dieses kleinen Ortes am Eingang des Sturatales erinnert heute ein Mahnmal, das ‚Memoriale della Deportazione‘  daran, dass hier am 21. November 1943 insgesamt 329 Menschen dieser Fluchtgruppe in Güterwaggons gepfercht und in das Konzentrationslager Auschwitz transportiert wurden, wo 311 von ihnen ermordet wurden.

Das italienisch-französisch-schweizerische Gemeinschaftsprojekt ‚La Memoria delle Alpi / La Mémoire des Alpes / Gedächtnis der Alpen’‚ das sich u.a. zur Aufgabe gesetzt hat, politische und rassistische Verfolgungen, Kriegsereignisse sowie geistige und militärische Widerstandsbewegungen, die den Alpenraum so stark geprägt haben, nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, hat diese Fluchtwege über den Colle di Finestra und den Colle di Ciriegia als Freiheitspfade‚ als ‚Percorsi Ebraici‘ ausgewiesen. Und der französische Literaturnobelpreisträger Jean-Marie Gustave Le Clézio hat die Ereignisse in seinem Buch „Fliehender Stern“ festgehalten.

Attraverso la memoria 2013 – 70 Jahre später
Vor 15 Jahren wurden die Gedenkwanderungen „Attraverso la memoria/ Marche de la mémoire“ ins Leben gerufen, unterstützt und begleitet werden sie vom Istituto storico della Resistenza in Cuneo, der Associazione Giorgio Biandrata in Saluzzo, der Association pour la Mémoire des Enfants Juifs Déportés des Alpes-Maritimes, Yad Vashem Nizza uvm. Jeweils am ersten Sonntag im September treffen sich auf einem der beiden Pässe Franzosen, Italiener und Nachfahren der Flüchtlinge: „Per non dimenticare“, „Pour ne pas oublier“, „To not forget“ – um nicht zu vergessen.

Dieses Jahr hatte es am Freitag zuvor Gedenkveranstaltungen in Saint-Martin-Vésubie und in Saluzzo gegeben, und am Samstag war den Schwestern Gitta und Chaya Horowitz, die als Kinder über diese Berge geflüchtet sind, in Valdieri die Ehrenbürgerinnenwürde verliehen worden. Zusammen mit ihren Kindern und Enkeln, die sich wie wir am Sonntag morgen auf den Weg zum Colle di Finestra machten, sind sie aus den USA angereist.

So trafen sich oben am Pass annähernd 200 Menschen, als die Namen der Kinder, die diesen Exodus miterleben mussten, bei der Gedenkveranstaltung verlesen wurden.

Kurz unterhalb des Passes ist eine Gedenktafel angebracht, die an allen Tagen auf die hier beschriebenen Geschehnisse hinweist:

Per questo colle, nel settembre 1943, centinaia di ebrei di tutte europa cercarono molti invano la salvezza dalla persecuzione antisemita. Tu che passi libero ricorda che questo è stato ogni volta che accetti che un altro abbia meno diritti di te.“

Im September 1943 versuchten hunderte von Juden aus ganz Europa, häufig vergeblich, sich über diesen Pass vor der antisemitischen Verfolgung zu retten. Du, der Du Dich frei bewegen kannst, bedenke, dass das geschehen ist, immer wenn Du toleriert hast, dass jemand anderes nicht die gleichen Rechte hatte wie Du.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

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Terme di Valdieri: Casa della Bela Rosin nun Hotel-Dépendance

Die Never Ending Story um die Verwendung der beiden erhaltenen Chalets im ‚Schweizer Stil‘, die Vittorio Emanuele II. 1857 in Terme di Valdieri errichten ließ, scheint ein Ende gefunden zu haben. Allerdings kein gutes, um dies gleich vorweg zu nehmen.

Casa della Bela Rosin - Terme di Vadieri - Foto: © Wolfram Mikuteit

Im Sommer 2007 – vor nunmehr 6 Jahren – war die mit öffentlichen Fördergeldern durchgeführte Renovierung der beiden Gebäude abgeschlossen worden. Wir berichteten damals darüber, dass in der ‚Casa della Bela Rosin‘ und dem ‚Casino di Caccia’ zeitnah ein kleines Albergo und ein Restaurant untergebracht werden sollten.

Vittorio Emanuele II. machte Entracque-Valdieri zu einem seiner Jagdreviere, baute hier eine Sommerresidenz und diverse Jagdhäuser.Während er selbst lieber in der Reale Casa di Caccia auf der Valasco-Hochebene nächtigte, ließ er für Rosa Vercellana dies Häuschen erbauen. Mit ihr lebte der König fast 30 Jahre lang bis zu seinem Tod zusammen und heiratete sie 1869 morgantinisch. Oder wie unsere Großmütter noch gesagt hätten: „zur linken Hand“.

Ein schöner Plan, der allerdings im Sande verlief. Denn zwei Ausschreibungsrunden, mit denen ein geeigneter Pächter gefunden werden sollte, verliefen erfolglos. Wie wir zwei Jahre später konstatieren mussten.

Reale Case di Caccia - heute: Rifugio Valasco - Foto: © Wolfram Mikuteit

Im Sommer 2011 war es uns nur noch einen Kommentar wert, dass die ‚Casa della Bela Rosin’ – für die noch immer kein Pächter gefunden war – zwischenzeitlich dem Grand Hotel Royal als Gästehaus für noblen Besuch dient: Als Maria Pia di Savoia, die älteste Tochter des letzten Königs von Italien, im Jahr 2010 mit ihrer Familie in Terme di Valdieri weilte, konnte sie so fast standesgemäß untergebracht werden.
“Könnte man sich etwa eine bessere Verwendung für das mit EU-Mitteln wieder aufgebaute Chalet vorstellen? Honi soit qui mal y pense!“ schrieben wir damals – und prognostizierten, dass hier schon mal mit einem Problelauf Fakten geschaffen werden sollten, die mit der anfangs intendierten Planung für die beiden Chalets nur noch wenig zu tun haben würden.

früher Jagdrevier Entracque - Valdieri, heute der Weg zum Rifugio Questa, Foto: © Wolfram Mikuteit

Mit „Novità 2013“ kündigt nun das Grand Hotel Royal – Terme di Valdieri auf seiner Homepage an, dass ab dieser Saison neben den 100 Zimmern im Hauptgebäude auch in den zwei Chalets übernachtet werden kann.

Grand Hotel Terme di Valdieri - Foto: © Wolfram Mikuteit

Welch sinnvolle Verwendung öffentlicher Fördermittel!
Wer dagegen keine 100 Euro pro Nacht berappen will, hat nachwievor wenig Auswahl in Terme di Valdieri:
Außer dem kargen Posto Tappa GTA gibt es lediglich das Albergo Turismo. Das allerdings hat nun endlich auch eine Homepage, was die Kontaktaufnahme erleichtert: www.albergo-turismo-terme-valdieri.it.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

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Seealpen-Wolfszentrum Uomini e Lupi

wer hat Angst vorm bösen Wolf? Das im Sommer 2010 eröffnete Centro faunistico ‚Uomini e lupi’ in Entracque im Parco delle Alpi Marittime hat die für das Jahr 2012 geltenden Öffnungszeiten veröffentlicht.

Centro Faunistico Uomini e Lupi, Entracque Übersichtsplan der Öffnungszeiten zum Download

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

 

 

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Parco Alpi Marittime: Übernachtungen in den Seealpen jetzt auch online buchbar

Die Franzosen auf der anderen Seite des Alpenhauptkammes haben es vorgemacht: Bereits seit mehreren Jahren kann man fast alle Hütten im Parc National du Mercantour online buchen.

Nun hat der Parco delle Alpi Marittime nachgezogen.
Seit Anfang August dieses Jahres können über die Seiten des Parks Buchungen für die ersten Häuser online vorgenommen werden. Dieser ‚Servizio di prenotazione on line‘ umfasst zunächst:

Rifugio Dante Livio Bianco,

Rifugio Valasco
Rifugio Valasco,
Rifugio Franco Remondino,
Rifugio Lorenzo Bozano,

Rifugio Morelli-Buzzi
Rifugio Morelli-Buzzi,

Rifugio Genov
Rifugio Genova,

Rifugio Ellena Soria
Rifugio Ellena Soria,
Rifugio Federici Marchesini al Pagarì,
Rifugio San Giacomo,
Rifugio Locanda del Sorriso in Trinità.

In Kürze wird diese Funktion auch für das Rifugio L’Arbergh a Palanfrè zur Verfügung stehen.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

 

 

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Bartgeier-Auswilderung in den Seealpen mit Fotos von "Schubert" und "Italia 150"

Im Rahmen unserer Bartgeier-Berichterstattung und nach all den Geschichten, die wir hier bereits über Argentera, Aisone, Parouart, Condamine, Vaulabelle, Siel (und wie sie alle heißen) veröffentlicht haben, wollten wir einmal selbst bei einer Auswilderung dabei sein. Am 28. Mai 2011 konnten wir erleben, wie die beiden jungen Bartgeier Schubert und Italia 150 im Vallone Gesso della Barra oberhalb von San Giacomo di Entracque in die Freiheit entlassen wurden.

Eine Erfolgsgeschichte: „Bentornato gipeto!“
Seit 1987 werden die vorher 100 Jahre ganz aus den Alpen verschwundenen mächtigen Greifvögel – lange und zu unrecht als unersättliche Lämmerdiebe verdächtigt und ausgerottet – dort wieder angesiedelt: Nach dem Aufbau eines umfassenden Zuchtprogrammes wurden und werden nachwievor seit dieser Zeit die Jungvögel in den vier Freilassungsregionen Rauris (Hohe Tauern), im Engadin/ Stelvio, Hochsavoyen und in den Seealpen ausgesetzt.
Wie bei den meisten Projekten in den Seealpen arbeiten auch bei der Bartgeier-Wiederansiedlung die beiden direkt aneinander grenzenden und in ihren Ursprüngen auf das ehemalige königliche Jagdrevier Valdieri-Entracque zurückgehenden Naturparks Parco delle Alpi Marittime und Parc National du Mercantour eng zusammen (wie auch in anderen Projekten: z. B. Biodiversität, oder bei der Schaffung eines grenzübergreifenden Nationalparks).

Schubert und Italia 150 auf ihrem Weg in die Freiheit
Wir hatten in San Giacomo übernachtet und konnten so in aller Ruhe beobachten, wie sich der Platz vor der Baita Monte Gelas ab 9.30 Uhr langsam füllte. Die „Hauptpersonen“ dieses Events Schubert und Italia 150 – beide männlich, der eine aus einer spanischen, der andere aus einer österreichischen Zuchtstation – waren die ersten vor Ort. Machten aber keinen Mucks in ihren Pappschachteln auf der Ladefläche des Wagens der Ranger des Parco delle Alpi Marittime.

Bartgeier - Baita Monte Gelas
Wie die Honoratioren wurden sie dann (als das schier nicht endenwollende „Sammeln“ endlich abgeschlossen war) bis zur Gias dell’Isterpis (an der GTA-Etappe zwischen Rifugio Genova Figari und San Giacomo) weitergefahren, während wir Übrigen diesen Weg natürlich regelgerecht zu Fuß zurücklegten.

Bartgeier - Gias dell'Interpis
Es folgte zunächst die Präsentation der noch immer verschlossenen Pappkartons vor der Gias, danach die offiziellen Ansprachen. Am Mikrofon die Direktorin des Parco delle Alpi Marittime Patrizia Rossi, ganz rechts auf dem Foto der stellvertretende Direktor des Parc National du Mercantour Pierre Commenville.

Bartgeier - Patrizia Rossi, Pierre Commenville
Dann durften Schubert und Italia 150 endlich aus ihren Kartons. Was sofort auffiel: Ihr Gefieder wies noch nicht den markanten Rotton auf, der durch das Färben mit eisenoxidhaltigen Schlamm in sogenannten Rotbadestellen entsteht.
Die Beiden ließen sich mit stoischer Ruhe (wir gehen davon aus, dass sie für den Transport etwas sediert wurden) von den Rangern auf und unter den Arm nehmen,

Bartgeier, Name: Schubert
Schubert

Bartgeier, Name: Italia 150
Italia 150

und ihre Flügelspannweite präsentieren, die bei ausgewachsenen Exemplaren fast 3 Meter beträgt, aber auch bei den Jungvögeln wie Schubert und Italia 150 schon recht gewaltig ist.

Dabei kamen die gebleichten Federn, die aufgrund ihrer Anordnung eine Identifizierung auch aus großer Distanz ermöglichen, genauso zum Vorschein wie die Sender, mit denen das Monitoring der Bartgeier auch noch möglich ist, wenn die gebleichten Federn nach der ersten Mauser ausgefallen sind.

Bartgeier - eingefärbte Federn zur Identifizierung
Nach so viel  zur Schau stellen wurden die Vögel wieder in die Kartons verfrachtet, diese auf Tragegestellen fest verzurrt, und los ging es: Die ersten Meter absolvierten – Ehre, wem Ehre gebührt – Patrizia Rossi und Pierre Commenville.

Bartgeier, getragen von Patrizia Rossi und Pierre Commenville
Danach, es ging es steil den Hang hinauf und die meisten der Zuschauer blieben zurück, übernahmen die Parkranger diese Aufgabe.

Bartgeier - jetzt von den Parkwächtern getragen
Auch Wolfram durfte mal tragen!

Bartgeier, getragen von Wolfram und Francesco Tomasinelli
leicht verrutschte Ladung, Italia 150 wird’s danken – Foto: Enrico Albertini

Die Aussetzungsstelle, die auch schon früher benutzt wurde, befindet sich auf ca. 1.650 m Höhe unter einem Felsvorsprung. Hier bezogen nun die beiden Jungvögel den für sie vorbereiteten Horst.

Bartgeier im neuen Zuhause
Ein bisschen was zu knabbern für die nächsten Tage hatten die Träger auch gleich mitgebracht.
Während der nächsten Wochen, bis sie flugfähig sind, werden Schubert und Italia 150 nun noch aus der Ferne überwacht, haben aber ansonsten ihre Ruhe zur langsamen Akklimatisierung.

Wir werden versuchen, über ihre ersten Ausflüge zu berichten.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

 

 

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