Archiv des Autors: Sabine Bade

Whatsalp – Über mystische Berge an noble Strände

Mit „Über mystische Berge an noble Strände“ betitelte vor 25 Jahren das TransALPedes-Team auf ihrer Alpenwanderung die letzte Teilstrecke von Sambuco nach Nizza. Ihr Motto damals: „Wir setzen der drohenden Zerstörung des Alpenraumes ein paar Füße entgegen – unser Widerstand gegen eine Entwicklung, die wir nicht wollen.“

Bei der Wiederholung dieser Alpenwanderung unter dem Namen „whatsalp“ (wir berichteten: Von TransAlPedes zu whatsalp – nach 25 Jahren wieder unterwegs) ist die Gruppe nun gerade wieder auf diesem Weg durch die Seealpen unterwegs, bevor sie am Freitag (29. Sept. 2017) Nizza erreicht.

Vorher hatten wir Gelegenheit, die Gruppe in Sambuco zu treffen. Selbstredend in Bartolomeo Brunas Osteria della Pace , wo Quartier genommen wurde.


Escursione nel paesaggio culturale occitano con Werner Bätzing …

… stand auf dem whatsalp-Programm für den Ruhetag in Sambuco.
Aber bereits nach dem Abendessen konnten wir Professor Werner Bätzings Erläuterungen über das Sturatal folgen.

Für das TransALPedes-Buch „Alpenglühn“ (*) hatte ein Gespräch mit ihm – damals noch Oberassistent am Geographischen Institut der Universität Bern, durch sein aber bereits in der fünften Auflage erschienenes Buch „Die Alpen“ längst jedem bekannt, der sich für dies Thema interessierte – über die Zukunft der Problemregion Alpen als Nachwort gedient. Dieses Jahr war er zum Ortstermin in Sambuco persönlich dabei und führte die Gruppe am nächsten Tag auf einer 4-stündigen Wanderung durch die längst verlassenen Weiler Lou Serre und Moriglione di Fondo:
Über Saumpfade auf den Spuren der Hirten und Bergbauern, vorbei an Feldern, auf denen einst Roggen, Kartoffeln und Linsen angebaut wurden und die heute – wenn sie nicht brachliegen – nur noch als Mähwiesen dienen, erhielten die Mitwander/innen en passant und direkt vor Ort vertiefende Infos über die naturräumliche Bedingungen des Sturatales und seine schon frühe menschliche Nutzung. Selbst intensiv Erforschtes, denn schließlich hat Werner Bätzing 1987 seine Magisterarbeit über dieses Tal geschrieben („Die Valle Stura di Demonte (Prov. Cuneo, Italien): Strukturwandel im 20. Jahrhundert, gegenwärtige Problematik und Perspektiven für die Zukunft“). Da erstaunt es nicht, dass sich diesen Input auch an einem der wenigen offiziellen „Ruhetage“ der langen whatsalp-Wandertour niemand entgehen ließ.

 

„Westalpen-Wanderführer im Rotpunktverlag, mit Werner Bätzing & Vertretern des Rotpunktverlags“ …

… war das Abendthema zum Abschluß des whatsalp-Aufenthaltes in Sambuco.

Wer unseren Blog liest, da sind wir uns ganz sicher, dem sind die alternativlosen Wanderführer aus dem Rotpunktverlag bekannt. Und ob wir jemals selbst zu schreiben begonnen hätten, wenn Ursula Bauer & Jürg Frischknecht nicht im Rotpunktverlag das geniale Format des Wander-Lesebuches entwickelt hätten, kann getrost bezweifelt werden:  Ihr „Antipasti und alte Wege“ hat bei uns ein nachhaltiges Aha-Erlebnis ausgelöst, verbunden mit der Erkenntnis, dass wir offensichtlich nicht die einzigen sind, die sich für die Geschichte(n) neben der Wanderstrecke interessieren.

Da der Verlag und seine Bedeutung für die Wanderregion der Westalpen also als bekannt vorausgesetzt werden kann, machen wir es kurz:

Dominik Siegrist (nicht nur von 2004 bis 2014 Präsident der Internationalen Alpenschutzkommission CIPRA, sondern selbst Autor des Rotpunktverlages) aus dem whatsalp-Kernteam führte durch den Abend, an dem Thomas Heilmann, Gründungsmitglied und Geschäftsführer, aus über 40 Jahren Verlagsgeschichte erzählte und Werner Bätzing über seinen Weg zum Rotpunktverlag und seine dort verlegten Bücher, angefangen bei den zwei Bänden zur Grande Traversata delle Alpi. Wer mehr über den Rotpunktverlag erfahren möchte, dem sei die Jubiläumsbroschüre „40 Jahre Rotpunktverlag“ empfohlen.

Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass aus den vielen unterwegs gesammelten Eindrücken wieder ein Buch wie das 1993 im Rotpunktverlag erschienene „Alpenglühn“ entstehen kann –  und dass die nächste Wanderung durch den gesamten Alpenraum nicht erst in 25 Jahren stattfindet. Damit wir auch einmal daran teilnehmen können, was dieses Jahr aus Termingründen leider nicht möglich war.

 

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

 

(*)

Dominik Siegrist / Jürg Frischknecht et al.
Alpenglühn – auf Transalpedes-Spuren von Wien nach Nizza
Rotpunktverlag, Zürich 1993 (leider vergriffen, aber hier der Link zum PDF-Download, 340 mb)

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Eingeordnet unter Bücher und Filme, bergauf bergab, Sturatal

Das obere Roytal – seit 70 Jahren französisch

„In einem vereinten Europa sollten derartige Jahrestage heute keine Rolle mehr spielen“, schrieben wir vor 10 Jahren in unserem Artikel zum 60. Jahrestag des ‚Rattachments‘, der  Abtretung des oberen Royatals an Frankreich am 17. September 1947.

Und dennoch mutete es nun etwas merkwürdig an, als es im Jahr 2017 wirklich (fast) keine Rolle mehr spielte.

Keine großen Plakate, kein symbolisches Hissen der Trikolore, kein Fest aus Anlass des Jahrestages: Im kleinen Städtchen Tende wies lediglich ein handgeschriebenes Schild auf die Eröffnung einer Ausstellung mit über 500 Exponaten, die der Lokalhistoriker Armand Oliviero über die Jahrzehnte zum Rattachment gesammelt hat. Diese einzigartige Sammlung mit allen Dokumenten und Fotografien steht nun zum Verkauf. Auch das in Breil-sur-Roya herausgegebene Journal „Le Haut Pays“, stets reich bebildert mit historischen Aufnahmen aus der Collection Armand Olivero, erscheint nur noch sporadisch. Das Interesse an diesem Stück Geschichte scheint versiegt.

Trotzdem nehmen wir dieses Thema hier nochmals auf, denn: Hätten wir bei unseren ersten Wanderungen in dieser Gegend bereits gewusst, was es bedeutete, dass das Gebiet noch so lange zu Italien gehört hat und wie heiß umkämpft es noch war, als in Paris bereits seit 8 Monaten Frieden herrschte, hätten uns manche Phänomene entlang unserer Wege weniger Rätsel aufgegeben.

 

Wie das obere Royatal französisch wurde

1860 trat das Königreich Piemont-Sardinien Savoyen und damit auch die Grafschaft Nizza an Frankreich ab, um sich für dessen Unterstützung bei der Einigung Italiens zu revanchieren. Zu diesem Gebiet hätte auch das obere Royatal gehört, wurde aber, um die Poebene strategisch absichern zu können, bei dieser Abtretung ausgeklammert. Gegen den ausdrücklichen Wunsch der Bevölkerung, die sich bei dem vorausgegangenen Plebiszit – ein Instrument, das damals den royalen Machtpoker legitimieren sollte – mit überwältigender Mehrheit für den Beitritt zu Frankreich aussprach, um nicht in eine vollkommen isolierte Lage zu geraten.  Das Abstimmungsergebnis wurde allerdings ignoriert, die Grenze mitten durch das Tal gezogen, Familien auseinandergerissen und traditionelle Weidegebiete zerschnitten. Das obere Royatal (wie auch schmale Gebietsstreifen um die Pässe Fenestre, Cerise, Fremamorta und Lombarde) blieben bei Italien.

zweisprachiger Aufruf für den Anschluss an Frankreich - Kollektion Armand Oliviero

Nachkommen der Familien, die damals als Reaktion auf die neue Grenzziehung ihre Heimat verließen und nach Frankreich umsiedelten – was ja im konkreten Fall manchmal nur Fontan, Saorge oder Breil hieß – bildeten später ein starkes Sammelbecken für die Idee der Angliederung des Tales an Frankreich. Dass sich nach der Absetzung Napoleon III. die Situation zwischen Italien und Frankreich zunehmend verschärfte, dass die Grenze zu den ‚Feinden‘ im Süden mit den Forts am Col de Tende gesichert und damit ein Klima erzeugt wurde, das den Gefühlen der Bevölkerung so gar nicht entsprach, machte die Sache nicht besser. Dafür wurde mit der Eröffnung des Tendetunnels (1882) und der Eisenbahnlinie (1913) die geografische Isolation vom Mutterland verringert.

Da Frankreich und Italien im 1. Weltkrieg auf gleicher Seite kämpften, blieb die Region von Kampfhandlungen verschont, und auch danach gab es durchaus Phasen, in denen mit Sonderregelungen der kleine Grenzverkehr erleichtert wurde. Was sich änderte, als Mussolini vor dem zweiten Weltkrieg das obere Royatal mit weiteren Festungsanlagen an strategisch wichtigen Punkten überzog und zu deren Versorgung ein gigantisches Militärstraßensystem baute. Die Pläne sahen unter anderem vor, die Pisten im Val Valmasque und Val d’Enfer – mitten durch das Vallée des Merveilles – miteinander zu verbinden.

es lebe das französische Tende - Foto: © Wolfram Mikuteit

es lebe das französische Tende – Avenue Georges Bidault -Foto: © Wolfram Mikuteit, Aufnahme vom September 2017

Als Mussolini Frankreich im Juni 1940 überfiel, wurden Heerscharen von Saisonarbeitern, die Sommer für Sommer an der Côte d’Azur in Hotels und Gaststätten arbeiteten, von der Schließung der Grenzen überrascht und durften nicht mehr heimkehren. Genauso erging es den Schäfern, die sich mit ihren Herden wie gewohnt auf den französischen Weiden befanden, als der Krieg ausbrach.

Terre Françaises - Kollektion Armand Oliviero

Forderung nach Rückgabe an Frankreich der seit 1860 italienischen Gebiete – Kollektion Armand Oliviero

Hitlers Angriffskrieg gegen die UdSSR, zu dessen Unterstützung Mussolini Hunderttausende schickte, die den Sinn dieses Krieges weder verstanden noch mittrugen, die Besetzung des Royatales durch die Deutsche Wehrmacht, die erbarmungslose Jagd auf Partisanen (zu denen viele jener Soldaten überliefen, die noch vor dem Einmarsch der Deutschen desertieren konnten), Deportationen und Repressalien gegen die Zivilbevölkerung, immer unterstützt von italienischen Einheiten, lieferten der Bewegung neuen Zulauf. 1943 wurde das ‚comité d’action en vue du rattachment du Tende et La Brigue à la France‘ gegründet.

Die Auseinandersetzungen um die Zukunft des Tales machte auch vor den Reihen der Partisanen nicht halt. ‚In die Berge‘ gegangen waren die Männer, um Zwangsrekrutierung oder Deportationen zu entgehen. Der antifaschistische Widerstand vereinigte sie – aber zu Spannungen kam es dort, wo divergierende Ziele für die Nachkriegszeit aufeinanderstießen: die auf nationalen italienischen Befreiungskampf ausgerichtete Partisanenbewegung brachte den ‚separatistischen‘ Bestrebungen der Menschen aus dem oberen Royatal wenig Begeisterung entgegen. Eine Eskalation der Auseinandersetzungen konnte nur wegen der Abhängigkeit von der Unterstützung der ‚Gaullisten‘ und Alliierten verhindert werden.

Zwei Tage nach der Befreiung durch französische Truppen am 26. April 1945 brachte ein Konvoi 320 Bewohner aus ihrem Zwangsexil an der Küste in ihre Heimatgemeinden zurück. Und bereits einen Tag später organisierte das Komitée für das Rattachment eine Befragung der Bevölkerung, in der sich 1869 Personen für die Angliederung an Frankreich aussprachen.

Vive La Republique Française - Foto: © Wolfram Mikuteit

Vive La Republique Française – Tende – Avenue Georges Bidault N° 62 – Foto: © Wolfram Mikuteit, Aufnahme vom September 2017

Zunächst aber mussten auf Druck der Alliierten die französischen Einheiten am 10. Juli 1945 das Gebiet wieder verlassen – und erneut besetzten Italiener Administration und Schlüsselpositionen zur Aufrechterhaltung von ‚Recht und Ordnung‘.

Auf Drängen von Bevölkerung und französischer Regierung installierten die Alliierten im Mai 1946 eine Untersuchungskommission, die das politische Klima ausloten sollte. Als Ergebnis der Kommissionsarbeit wurde die Möglichkeit der Gebietsabtretung erstmals offziell festgeschrieben – jedoch nur unter der Bedingung, dass sich die Mehrheit der Bevölkerung dafür ausspräche.

JA oder NEIN - Stimmzettel - Kollektion Armand Oliviero

Damit war die Grundlage für das Rattachment gelegt, niemand zweifelte am positiven Votum. Im Friedensvertrag zwischen Frankreich und Italien, am 10. Februar 1947 in Paris unterzeichnet, wurden die Grenzen neu festgelegt. Neben den vier Orten im Royatal (Tende und La Brigue im Norden, Libre und Piena im Süden) fielen auch die Passgebiete an Frankreich, die bei der Abtretung Savoyens 1860 ausgespart worden waren. Als offizieller Termin wurde der 17. September 1947 angesetzt – die Tricolore wurde bereits einen Tag vorher gehisst.

Das Plebiszit, das diese Grenzziehung endgültig legitimierte, fand am 12. Oktober 1947 statt.

 

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

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Eingeordnet unter abseits des Weges, Royatal

Unser Piemont Wanderführer – 2. aktualisierte Auflage 2017

Spät kommt sie, aber sie kommt: die Mitteilung, dass unser im Michael Müller Verlag verlegter Piemont Wanderführer in aktualisierter Neuauflage erschienen ist.

Piemont WanderführerDurch den Gran Paradiso-Nationalpark, durch okzitanische Täler, die Dolomiten von Cuneo, Seealpen und Marguareis-Massiv führen die 38 ausgewählten Touren durch den piemontesischen Westalpenbogen.

Die Beschreibungen der Touren – unten geben wir vorab eine grobe Übersicht – führen entlang nummerierter Wegpunkte, die in Text, Karte und Höhenprofil aufeinander abgestimmt sind, präzise zum Ziel. Der Tour-Info-Kasten bietet alle nötigen und viele zusätzlichen Infos zur Strecke, aus denen exakt ablesbar ist, was einen unterwegs erwartet. Inklusive aller Einkehrmöglichkeiten mit Adressapparat und Öffnungszeiten.

Den Touren vorangestellt ist eine ausführliche Einleitung, die neben der Wanderlogistik (Bus- und Bahnlinien mit Fahrplänen für die An- und Abfahrt, beste Standorte, Tipps zur Tourplanung etc.) ausführliche Kapitel zu Gesteinen, Fauna und Flora der Region bietet und darüberhinaus detaillierte Klimainformationen mit Tabellen für Temperaturen, Niederschlägen und Tageslängen.

Dass zum handlichen Wanderführer auch die GPS-Tracks für alle Touren von der Homepage des Verlages herunterladbar sind, versteht sich heute von selbst.

Und klar abgesetzt vom Wandertext bietet der Wanderführer nach dem „Alles-im-Kasten“-Prinzip der MM-Reiseführer auch sehr viele interessante Hintergrundgeschichten. LeserInnen unseres Blogs werden wissen, dass wir darauf nicht hätten verzichten wollen …

Zum Inhalt:

Gran-Paradiso-Region und Lanzo-Täler

Vier unserer Touren führen durch den Nationalpark Gran Paradiso, das größte Naturschutzgebiet des Piemonts. Er wurde bereits 1922 geschaffen, ist damit der älteste Nationalpark Italiens – und der zweitälteste alpenweit. Aus dem ehemaligen Jagdrevier Vittorio Emanuele II. ist der Nationalpark hervorgegangen, der heute zu den Regionen Aostatal und Piemont gehört. Die verbliebenen, teilweise noch sehr gut erhaltenen Jagdsteige bieten dem Wanderer von heute ausgezeichnete Gelegenheiten, auf breiten, technisch nicht anspruchsvollen Wegen auch in große Höhen vorzudringen. Nivolet-HochebeneAuch das Herz des Gran-Paradiso-Nationalparks, die als „Cuore del Parco“ bezeichnete Nivolet-Hochebene unterhalb des namensgebenden Viertausender, teilen sich die Regionen Piemont und Aostatal – aus dem ruhigen piemontesischen Orcotal ist sie aber am besten erreichbar. Drei unserer Touren nehmen hier ihren Ausgang, womit eine grandiose Aussicht auf den Gran Paradiso (4.061 m) und die ihn umgebenden vergletscherten Gipfel gewährleistet ist. In die bezaubernde Seenlandschaft einer der schönsten Hochebenen der Alpen, auf die Piani di Rosset, auf den auch für Wanderer trotz seiner 3.438 m mühelos erreichbaren Mont Taou Blanc und über königliche Jagdsteige führen die hier vorgestellten Wanderungen. Eine vierte Tour unterhalb der mächtigen Gipfel der Tre Levanne gibt die Möglichkeit, die andere Hangseite des Orcotals kennenzulernen. In die im deutschsprachigen Raum nahezu unbekannten sog. Lanzo-Täler führen zwei weitere Touren. Dorthin, wo das Turiner Großbürgertum auf den Geschmack der Sommerfrische kam, wovon noch ihre zum Teil gut erhaltenen Jugendstilvillen zeugen, und sich die Gründerväter des italienischen Alpenvereins CAI ihre ersten Sporen verdienten. Tief eingeschnitten, von hohen Gipfeln umgeben und ebenso stark von Abwanderung betroffen wie das nördlich gelegene Orcotal sind auch das Ala- und das Viùtal. Rifugio Gastaldi An ihren Talschlüssen liegen aber jeweils weite Hochplateaus, die zum Wandern wie geschaffen sind. Im Alatal erreicht man von der Pian della Mussa auf einem alten Saumweg das Rifugio Gastaldi, und im südlich gelegenen Viùtal ist der Lago di Malciaussia Ausgangspunkt für eine Tour zum Colle della Croce di Ferro.

 

Susatal

Natürlich führt eine Tour zu dem berühmtesten Kloster des Tals, Sacra di San Michele - Foto: © Wolfram Mikuteit der gewaltigen die Sacra di San Michele. Ein anderes, das im Jahr 726 gegründete Kloster von Novalesa, liegt unterhalb des Colle di Moncenisio. Und dorthin wandert man auf einer Panoramarunde, die um den – bereits zu Frankreich gehörenden – Lago di Monceniso führt, der von einem ganzen Kranz markanter Höhenforts aus dem ausgehenden 19. Jh. umrahmt ist. Und auch der höchste Wallfahrtsort der gesamten Alpen liegt im Susatal: Die auf 3.538 m Höhe stehende Kapelle Santa Maria auf dem Rocciamelone, einem auch für Wanderer problemlos zugänglichen Dreieinhalbtausender. Durch den Grand Bosco di Salbertrand geht es auf Wegen, die die Waldenser für die Heimkehr in ihre Täler nutzen, zur Testa dell’Assietta. Valle Stretta Und dann noch ein Klassiker, der beim Thema Wandern im Piemont stets vergessen wird, weil das Valle Stretta zwar diesseits des Alpenhauptkammes liegt, aber seit 1947 zu Frankreich gehört: Durch diese 1a-Destination für Wanderer führt um das markante Kalkriff des Grand Serru herum eine Tour zur Wallfahrtskapelle auf dem Mont Thabor.

 

Waldensertäler und Monviso-Region

In den sog. Waldensertälern, den Valli Valdesi, in denen sich Anhänger einer im 12. Jh. vom wohlhabenden Kaufmann Petrus Valdes gegründeten vorreformatorischen Laienbewegung – mal geduldet, mal brutal unterdrückt – haben halten können, führt eine Rundtour durch das Chisonetal, vorbei am Forte di Fenestrelle, der in 122 Jahren Bauzeit entstandenen spektakulärsten Festungsanlage der gesamten Region. Im weiter südlich gelegenen Germanascatal erleichtert ein Sessellift – eine Rarität in dieser Region – den Zugang zu den Tredici Laghi. Durch das Pellicetal, der Hochburg der Waldenser, verlief früher eine wichtige alpenquerende Handelsroute, der wir auf die weite Hochebene Conca del Prà zum Rifugio Willy Jervis folgen. Rifugio Pian del Re mit Monviso Varianten in alle Himmelsrichtungen gibt es on top. Hier ist man bereits recht nah am Monviso, dem mit 3.841 m höchsten Berg der Cottischen Alpen. Im Piemont wird dieser Berg als Re di Pietra, König aus Stein, heiß verehrt. Auch wir zollen diesem Berg natürlich Tribut und widmen ihm drei Touren. Eine kleine, aber feine Seenrunde beginnt bei den Quellen des Po. Eine längere Runde führt u.a. zum ältesten Tunnel der Alpen am Colle delle Traversette und weiter über einen Alpini-Steig zum Rifugio Giacoletti. Und weil der Monviso so viele unterschiedliche Seiten/ Gesichter hat, aus jeder Richtung anders aussieht, stellen wir auch den 3-tägigen Giro di Viso/ Giro del Monviso vor. Viel tiefer, am Eingang zum Potal, ist bei Balma Boves ein spannendes Stück Siedlungsgeschichte zu bestaunen.

 

Dolomiten von Cuneo

Seitdem das Mairatal im deutschsprachigen Raum längst kein Geheimtipp mehr ist, sondern sich peu à peu zu einer sehr angesagten Wanderdestination entwickelt, hört man auch den Ausdruck „Dolomiten von Cuneo“ bei uns immer öfter. Man versteht darunter die Region der jeweils oberen Talbereiche zwischen Varaita– und Sturatal. Wir legen diesen Begriff etwas weiträumiger aus und beziehen auch die unteren Talbereiche mit ein. Im Varaitatal ist der Bosco dell’Alevè mit 825 ha einer der größten Zirbelkiefernwälder der Alpen. Laghi Blu Höher hinaus führt eine Wanderung zu den Laghi Blu am Col Longet, einem Übergang zum französischen Ubaye-Tal. Das Mairatal weist schon am Eingang eine geologische Spezialität auf: Hier stehen mit den Ciciu del Villar über 400 pilzförmige Felsformationen, entstanden als Ergebnis der letzten Eiszeit. Alle weiteren Touren haben ihren Ausgangspunkt im oberen Talbereich, führen rund um das markante Kalkriff der Rocca Provenzale, auf den Sentiero Frassati und unterhalb der Gardetta-Hochebene rund um den kleinen Lago Nero. Lago Nero mit Monviso im Hintergrund - Foto: © Wolfram Mikuteit Dazu stellen wir zwei Etappen des mittlerweile legendären Maira-Tal-Weges (Percorsi Occitani) vor, die über die schier unendlich anmutende Weite der Gardetta-Hochebene mit ihren dolomitenähnlichen Gipfeln und den so charakteristischen Gipstrichtern führen. Im Granatal läßt sich der Besuch der imposanten Wallfahrtskirche Santuario di San Magno sehr gut mit einer kurzen Wanderung über den Colle dei Morti verbinden.

 

Seealpen und Ligurische Alpen

Wo der Alpenhauptkamm seine Richtung ändert, von der Nord-Süd-Richtung in die West-Ost-Richtung schwenkt, beginnen die Seealpen. Den Anschluss nach Osten bilden die Ligurischen Alpen.  Was beide Gebirgsgruppen miteinander verbindet ist ihre Nähe zum Mittelmeer, die an manchen Stellen nicht mehr als 60, manchmal auch nur 40 km Luftlinie beträgt. Weshalb man sie in Italien manchmal zusammenfassend Alpi di Mare nennt – was im deutschsprachigen Raum oft zu definitorischer Konfusion führt. Schließlich ist bereits irritierend, dass ein Teil der Ligurischen Alpen noch im Piemont liegt.

In den Seealpen führt eine Tour vom knuffigen Rifugio Becchi Rossi zum Colle di Puriac, eine andere über den Sentiero del Ecomuseo von Pontebernardo nach Sambuco. Bei der Tour zu den Laghi Lausfer, die ihren Ausgang in Sant’Anna di Vinadio, am höchstgelegenen Kloster der Alpen, nimmt, ist man bereits recht nah am Parco Regionale delle Alpi Marittime, dem für seine große Steinbockpopulation berühmten Seealpen-Naturpark. Steinböcke in den Seealpen Unsere Touren leiten zum Rifugio Dante Livio Bianco, rund um den Pian del Valasco über das Rifugio Questa, zum Lagarot di Lourousa und zum Lago del Chiotas.
Direkt auf den italienisch-französischen Grenzkamm führen zwei Touren am Colle di Tenda. Noch ein Stück weiter nach Osten gelangt man in die Ligurischen Alpen und den Parco Regionale Alta Valle Pesio e Tanaro, der inzwischen Parco Naturale del Marguareis heißt. Hier haben wir eine kurze Rundwanderung ab Pian delle Gorre zur spektakulären Cascata del Pis ausgewählt und stellen einen dreitägigen Giro del Marguareis vor.

 

Sabine Bade und Wolfram Mikuteit

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Eingeordnet unter Übernachten, bergauf bergab, Chisonetal, Cottische Alpen, Grajische Alpen, Gran Paradiso, Granatal, Lanzotäler, Ligurische Alpen, Mairatal, Monviso-Region, Okzitanien, Orcotal, Pellicetal, Pesiotal, Potal, Seealpen, Sturatal, Susatal, Tanarotal, Varaitatal

Von TransAlPedes zu whatsalp – nach 25 Jahren wieder unterwegs

Als am 4. Juni 1992 die Mitglieder des Projektes TransALPedes zu ihrer Alpendurchquerung von Wien nach Nizza starteten, war ihr Motto: „Wir setzen der drohenden Zerstörung des Alpenraumes ein paar Füße entgegen – unser Widerstand gegen eine Entwicklung, die wir nicht wollen.“ Sie trafen in verschiedensten Regionen Menschen, die sich gegen Fehlentwicklungen im Alpenraum zur Wehr zu setzen versuchten: „Wir besuchen Menschen, nicht Berggipfel“.

WhatsAlp Wien - Nizza Sommer 2017

 

Dies war der Beginn einer verstärkten alpenweiten Zusammenarbeit von Gruppen, die sich für eine nachhaltige Alpenentwicklung einsetzten. Über das Buch der Kerngruppe (* – siehe unten), die u.a. im Susatal die bereits damals aktive NO TAV-Initiative und in Bonneval-sur-Arc mit Gilbert André einen der Gründerväter des Parc National de la Vanoise besuchten, haben wir bereits mehrmals berichtet.

Aus TransALPedes wird whatsalp

25 Jahre später wird im Sommer 2017 diese Alpendurchquerung auf der nahezu identischen Route unter dem Namen whatsalp wiederholt. Im Zentrum der Wanderung steht der spannende Vergleich, was sich in den betroffenen Alpenregionen zwischen 1992 und 2017 verändert hat.

Wer einige Tage mitwandern will, findet hier alle Informationen zur Route und den Ortsterminen.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

 

(*)

Dominik Siegrist / Jürg Frischknecht et al.
Alpenglühn – auf Transalpedes-Spuren von Wien nach Nizza
Rotpunktverlag, Zürich 1993 (leider vergriffen, aber hier der Link zum PDF-Download, 340 mb)

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Ligurische Grenzkammstraße – montags und dienstags Wanderern und MTBlern vorbehalten

Vor vier Jahren haben wir in einem offenen Brief an Markus Golletz  aufgezeigt, was unserer Ansicht nach das Verhältnis von Wanderern und motorisierten Nutzern der alten Militärstraßen im italienisch-französischen Grenzgebiet verbessern würde:

Es „wäre wünschenswert – und würde das Verhältnis zwischen motorisierten und unmotorisierten Nutzern dieser Straßen sofort befrieden – wenn in allen Sommermonaten bestimmte Wochentage ausschließlich Wanderern, Mountainbikern und Reitern vorbehalten wären. Die dann ohne Motorengeräusche an diesen Tagen eventuell auch die Möglichkeit hätten, das eine oder andere etwas scheuere Tier zu sehen – oder schlicht in aller Ruhe einmal ohne Zivilisationsgeräusche nur das Panorama genießen könnten.

Wenn derartige Regelungen frühzeitig und mehrsprachig kommuniziert und auch nicht Jahr für Jahr geändert werden, sehen wir nicht, warum ein konfliktfreies Verhältnis zwischen Wanderern und Bikern nicht möglich sein sollte!

Seit Anfang Juli 2016 ist dies auf der Strecke zwischen dem Colle di Tenda und Monesi entlang des italienisch-französischen Grenzkamms jetzt Realität geworden:

Bis Ende September ist die Straße montags und dienstags für den motorisierten Verkehr gesperrt. An allen anderen Tagen wird auf der strada ex militare Limone-Monesi – die im deutschen Sprachraum als „Ligurische Grenzkammstraße“ bezeichnet wird – die Zahl der Fahrzeuge begrenzt und eine Maut für Kraftfahrzeuge, Motorräder und Quads erhoben.

Vorangegangen waren umfangreiche, auch mit EU-Mitteln finanzierte Straßenausbesserungsarbeiten. Auf der Projektseite können die Reglementierungen nachgelesen und ein GPS-Track des Streckenabschnitts „Col de Tende – Monesi“ heruntergeladen werden.

Einen kleinen Wunsch hätten wir aber noch: Eine ähnliche Regelung für den südlichen – aussichtsreichsten und daher für Wanderer attraktivsten – Streckenabschnitt zwischen Passo Tanarello, Monte Saccarello und Colla Melosa.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

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Eingeordnet unter bergauf bergab, Ligurische Alpen, Royatal, Tanarotal

Im Val Troncea

Über das Val Chisone in den Cottischen Alpen haben wir hier bereits mehrmals berichtet; dessen Quelltal Val Troncea und den gleichnamigen Naturpark zwar in unserem Wander-Lesebuch Partisanenpfade im Piemont gleich zwei Touren gewidmet – es aber hier auf dem Westalpenblog noch nie erwähnt. Was sich ändern muss, wie wir gerade wieder feststellen konnten!

 

Eine Rundwanderung …

Etwas oberhalb von Pragelato zweigt von der SS 23 in Richtung Sestriere die Straße in das Val Troncea ab. Ihr folgt man – vorbei am Luxushotel Pragelato Village – bis zu ihrem Ende am großen Parkplatz an der Ponte das Itreit, wo ein Denkmal an die 81 am 19. April 1904 unterhalb des Colle del Beth von einer Lawine verschütteten Minenarbeiter erinnert. Hier beginnt der Rundweg, der entlang des Chisone das Val Troncea durchzieht. Vorbei am Infohäuschen des 1980 eingerichteten Parco Naturale della Val Troncea gelangt man auf einer Erdpiste bereits nach wenigen Minuten zum Standort der alten Mühle von Laval, wo sich heute das sehr nette Rifugio Mulino di Laval befindet. Hinter Baracot’d la Poump mit Picknicktischen und vielen Hinweistafeln zu Fauna und Flora des Naturparks zweigt von der Piste der Weg ab, der über Seytes nach Troncea führt. Beide Weiler wurden im Herbst 1944 von deutschen Truppen auf der Suche nach Partisanen zerstört. Hinter dem Rifugio Troncea befindet sich eine kleine Gedenkstätte für die Divisone Autonoma Val Chisone ‚Adolfo Serafino‘, die den Deutschen Widerstand leistete.

Der Weg setzt sich in Richtung Alpe Mey nach Südosten hin am Hang entlang fort. Vorbei an der Abzweigung zu einer weiteren Gedenkstätte für die verunglückten Minenarbeiter (Lapide Minatori) erreicht man zunächst die Alpe Lou Soupaleddi, dann die Alpe Roccias mit Blick zurück durch das gesamte Val Troncea und steigt dann über sanfte Wiesenhänge ab hinunter zum Chisone. In nun wieder nördlicher Richtung wird die Alpe Mey erreicht, von wo aus eine Erdpiste am linken orografischen Ufer des Baches – vorbei an an der Ruine des um 1900 errichteten Wasserkraftwerks, der Fonderia, und dem Rifugio Mulino di Laval – zurück an den Ausgangspunkt der Ponte das Itreit führt (Zeit: 5 h 15, Strecke: 17,5 km, Aufstieg: 735 m, Abstieg: 735 m).

 

… mit optionalem Aufstieg zum 2.851 Meter hohen Col Clapis

An der Alpe Mey (2.010 m), zu der in der Hochsaison auch ein Shuttlebus verkehrt (s.u.), beginnt ein Weg, auf dem man in ca. 2 Stunden den Col Clapis und damit die Wasserscheide zwischen dem Chisonetal und dem zum Susatal gehörenden Valle Argentera erreicht.
Als während der deutschen Besatzung die Luft dünn wurde im Val Troncea und nach den Schlachten am Monte Genevris und am Monte Triplex klar war, dass die ‚Operation Nachtigall‘ das Ende der berfreiten Zone im Val Troncea besiegeln würde, mussten sich die Partisanen absetzen und auch ihre Verwundeten aus den Krankenstationen von Laval und Alpe Roccias evakuieren. Da alle anderen Fluchtrouten versperrt waren, blieb ihnen einzig der Weg in das noch nicht von den Deutschen besetzte Valle Argentera, ganz nah an der Grenze zu Frankreich. Die Gruppe von Ettore Sarafino wählte dabei den Weg über den 2.815 Meter hohen Col Clapis.

 

Bus zur Alpe Mey

Wie in den Vorjahren setzt auch im Jahr 2016 die Verwaltung des Parco Naturale della Val Troncea in der Hochsaison einen Kleinbus ein, der hinauffährt zum Rifugio Troncea und zur Alpe Mey.

Der Pendelbus verkehrt ab 9. Juli 2016 an den Wochenenden, vom 23. Juli bis zum 21. August täglich, und bis 4. September 2016 noch an den Wochenenden jeweils zwischen 9 und 17 Uhr. Wichtig: Voranmeldung dafür ist zwingend notwendig. Nähere Infos im Besucherzentrum des Parco Naturale Val Troncea in Pragelato, Via della Pineta (Ortsteil Ruà).

 

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

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Royatal: „Tal des Zorns – Widerstand in Frankreichs Alpenwelt“

Der Titel des Films „Tal des Zorns – Widerstand in Frankreichs Alpenwelt“ von Mathias Werth, den die ARD morgen ausstrahlt, ließ uns zunächst an das Megaprojekt der im Bau befindlichen und von vielen Protesten begleiteten Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnverbindung zwischen Turin und Lyon denken, über das wir immer wieder und von Zeit zu Zeit auch deutschsprachige Medien berichten.

Tal des Zorns – Widerstand in Frankreichs Alpenwelt
ARD, Samstag, 24. Oktober 2015, 16.30 – 17.00 Uhr
Autor: Mathias Wert

Stattdessen hat sich der Autor eines ganz anderen Themas angenommen und berichtet über das südfranzösische Royatal. In den Mittelpunkt seiner Reportage stellt er das, was die Talbevölkerung seit vielen Jahren schwer bewegt: Die sukzessive Ausdünnung des Fahrplans der das Tal durchziehenden Tenda-Eisenbahnlinie zugunsten des Ausbaus der Straßenverbindung zur „Rennstrecke für Lastwagen“.

Wir haben in den letzten Jahren immer wieder über die Tenda-Bahn berichtet, diese spektakuläre Bahnverbindung zwischen Cuneo im Norden und Ventimiglia im Süden, die als „Zug der Wunder“ auch ein stückweit durch Frankreich verläuft. Vor zwei Jahren anlässlich der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag – am 7. September 1913 erreichte der erste Zug den Bahnhof von Tende – haben wir auch darauf hingewiesen, dass dieses Jubiläum von der Angst getrübt war, dass diese Linie über kurz oder lang endgültig stillgelegt wird. Und selbstverständlich unterzeichneten wir die Online-Petition, die unter dem sehr frei übersetzten Motto “Hände weg von der Linie Cuneo – Ventimiglia” aufgesetzt war. Für die Bewohner des Royatals ist diese Eisenbahnlinie ihre Lebensader schlechthin: „Wir wollen schließlich nicht erleben, dass auf dieser Strecke nur noch alle Jubeljahre ein Touri-Zug unterwegs ist, wie ihn die Association du Train Touristique du Centre-Var am 12. Oktober von Toulon nach Tende unter dem Motto „Train des Merveilles – Rétro“ auf die Reise schickt. Nichts gegen „Retro“ – aber wenn es sich um öffentliche Verkehrsmittel handelt, können wir auf diesen Trend gut verzichten.“

Daran hat sich bis heute nichts verändert. Sodass wir sehr gespannt darauf sind, welche Meinungen Mathias Werth im Royatal eingefangen hat. Auch darauf, welche Ängste die Menschen mit dem Bau der zweiten Röhre des ältesten Straßentunnels der Alpen verbinden. Als wir im Jahr 2007 über die Pläne berichteten, dachten wir nicht im Traum daran, dass damit die sukzessive Aufgabe der Tenda-Linie einhergehen könnte.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

 

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Eingeordnet unter Bus und Bahn, Royatal, Seealpen, TV-Tipp