Donnerstag, 2. Juli 2009

Neue Via-Alpina-Homepage

Die Homepage der Via Alpina wurde überarbeitet und hat seit heute auch ein neues Erscheinungsbild.

Die meisten Änderungen betreffen das ‚technische Innenleben‘ der Site und sind für uns Betrachter nicht zu erkennen. Wenn wir die Sache richtig verstanden haben, soll es dadurch nun für die regional Verantwortlichen viel einfacher sein, Änderungen an den Etappendaten durchzuführen.

via-alpina

Ansonsten:
Neben dem äußeren Erscheinungsbild („bye, bye Baby-Blau“) und einer etwas abgewandelten Navigation ist das Forum abgeschaltet worden. Wir trauern ihm nicht nach.
Dafür gibt es jetzt pro Etappe die Möglichkeit, Kommentare einzufügen. Wir haben diese neue Funktion bereits ausprobiert und für einige Etappen des Roten und des Blauen Weges Hinweise hinterlegt. Das einfache Handling wird hoffentlich dazu führen, dass von dieser Funktion rege Gebrauch gemacht wird.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

Mittwoch, 1. Juli 2009

Schon wieder Bartgeier-Nachwuchs im Mercantour

Das im Jahr 1993 als Gemeinschaftsprojekt des französischen Mercantour Nationalparks und des italienischen Parco Naturale delle Alpi Marittime gestartete Bartgeier-Wiederansiedlungsprojekt ist überaus erfolgreich. Was sicher auch daran liegt, dass es von Beginn an flankiert war von Aufklärungsmaßnahmen, um der Mär vom ‚Lämmergeier‘, der lebende Tiere reißt, endlich den Boden zu entziehen.

bartgeier

Gekrönt wurde diese Erfolgsgeschichte im Vorjahr, als dort mit Parouart nach über 100 Jahren in den Seealpen erstmals wieder ein Bartgeier in Freiheit geboren wurde.

Nun wurde im Juni dieses Jahres nochmals nachgelegt:
Als Verstärkung für ‚Topolino‘, ‚Valdieri‘, ‚Firmin‘, ‚Gelas‘ und all die anderen Bartgeier, die noch aus Zuchtstationen stammen, wurden im Juni – passender- und werbewirksamerweise: am Weltumwelttag – nochmals zwei junge Bartgeier ausgewildert: Condamine und Vaulabelle. Die Aussetzung erfolgte auf circa 1.900 Meter Höhe in einem Felsvorsprung bei Vignols/ Roubion, also ganz in der Nähe des ‚Sentier Panoramique du Mercantour‘ GR52A.
Die Finanzierung des Monitorings dieser beiden Jungvögel übernimmt wieder, wie schon für die im Jahr 2007 ausgewilderten Bartgeier ‚Rocca‘ und ‚Fontvieille‘, die monegassische Fondation Prince Albert. Auch ‚Condamine‘ wurde deshalb nach einem Ortsteil des Fürstentums benannt, wohingegen man bei ‚Vaulabelle‘ bereits auf den Name einer Quelle ausweichen musste. 

Hier noch ein paar Fakten (*):
Vaulabelle schlüpfte am 24.02.2009 im Zuchtzentrum in Haute-Savoie. Es handelt sich um ein Weibchen.
Condamine ist am 28.02.2009 im Zoo von Ostrava geschlüpft. Die Geschlechtsbestimmung ist noch nicht abgeschlossen.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

——————–

* Wir danken Dr. Richard Zink vom Internationalen Bartgeier Monitoring für diese Infos, die sich in französischen Medien so detailliert nicht finden ließen.

Freitag, 26. Juni 2009

Okzitanien zu Fuß – dem UNESCO-Welterbe entgegen

Flagge Okzitanien Heute über ein Projekt zu schreiben, das zum Ziel hat, die okzitanische Sprache unter den Schutz der UNESCO zu stellen, fällt uns deutlich leichter, nachdem die Welterbekommision gerade am 25. Juni 2009 entschieden hat, das Dresdner Elbtal aus ihrer Liste zu streichen. Weil sich dieses Label – von Manchem ohnehin als inflationär vergeben gebrandmarkt – selbst diskreditiert hätte, wenn die UNESCO es bei ständig wiederholten Ultimaten belassen hätte. Nun aber dürfte so manchem Kultur/Naturerbe-Aspiranten, der lediglich auf den Werbeeffekt schielt, erschreckend klar werden, dass zukünftig eine unabhängige Kommission über Eingriffe in das einmal unter diesen internationalen Schutz gestellten Gebietes wacht.
Dass wir dabei besonders an Monsieur Estrosi denken und sein Projekt Les Balcons du Mercantour (*), für das Raupenbagger neue Wanderwege durch das Mercantourmassiv frästen, während quasi zeitgleich bekanntgegeben wurde, dass innerhalb der nächsten drei Jahre die Aufnahme von Mercantour Nationalpark und dem direkt angrenzenden Parco Naturale delle Alpi Marittime in das UNESCO-Welterbe angestrebt würde, dürfte niemanden erstaunen.

Aber nun zu Occitània a Pè, der gemeinsamen Wanderung durch die okzitanischen Täler Italiens, mit der die Organisation Chambradoc für die Unterschutzstellung der okzitanischen Sprache durch die UNESCO werben möchte. Bereits im vergangenen führte eine erste Tour über 1350 Kilometer von Vinadio im Sturatal nach Vielha in Katalonien.

Las Valadas Occitanas a Pè

Die Wanderung  hat am 14. Juni in Olivetta San Michele begonnen – fast die Hälfte der Wegstrecke ist also bereits absolviert – und wird nach 28 Etappen am 11. Juli in Exilles enden. Hier die einzelnen Etappen:

14/06/2009 Olivetta San Michele – Rocchetta Nervina
15/06/2009 Rocchetta Nervina – Pigna
16/06/2009 Pigna – Colla Melosa
17/06/2009 Colla Melosa – Realdo
18/06/2009 Realdo – Upega
19/06/2009 Upega – Rifugio Garelli
20/06/2009 Rifugio Garelli – Limonetto
21/06/2009 Limonetto – Palanfrè
22/06/2009 Palanfrè – Entracque
23/06/2009 Entracque – Rifugio Genova
24/06/2009 Rifugio Genova – Terme di Valdieri
25/06/2009 Terme di Valdieri – Rifugio Malinvern
26/06/2009 Rifugio Malinvern – Vinadio
27/06/2009 Vinadio – Santuario di Castelmagno
28/06/2009 Santuario di Castelmagno – Chialvetta
29/06/2009 Chialvetta – Ussolo
30/06/2009 Ussolo – Elva
01/07/2009 Elva – Bellino Chiesa
02/07/2009 Bellino Chiesa – Pontechianale (Castello)
03/07/2009 Pontechianale – Rifugio Quintino Sella
04/07/2009 Salita al Viso
05/07/2009 Rifugio Quintino Sella – Ostana
06/07/2009 Ostana – Rifugio Barbara Lowrie
07/07/2009 Rifugio Barbara Lowrie – Bobbio Pellice
08/07/2009 Bobbio Pellice – Ghigo di Prali
09/07/2009 Ghigo di Prali – Massello
10/07/2009 Massello – Usseaux
11/07/2009 Usseaux – Exilles

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

______________________________________________________

(*) Dieses Projekt wurde am 23. Januar 2009 gestoppt – könnte aber jederzeit wieder zu neuem Leben erwachen. Hier die Chronologie:

Les Balcons du Mercantour
Update vom 13. Januar 2009
Ende eines Prestigeprojektes

Sonntag, 21. Juni 2009

Die Eroberung der Alpen

ARTE strahlt in der Woche vom 22. bis 26. Juni 2009 eine fünfteilige Dokumentation über die Erschließung der Alpen aus.
Aus der Ankündigung: „Mächtige Gipfel, unpassierbare Schluchten: Die Alpen bilden eine Barriere aus Fels, Eis und Schnee im Herzen Europas. Und die Eroberung des Gebirgszuges war für viele Menschen eine Vision. Die aufwendig produzierte Dokumentarreihe erzählt in fünf Teilen von den menschlichen Schicksalen und technischen Meisterleistungen, die die Erschließung der Alpen möglich machten. Durch die spektakulären Landschaften des Hochgebirges folgt sie den Spuren der Visionäre und Technikpioniere, die Geld, Gesundheit und nicht selten ihr Leben aufs Spiel setzten, um die Alpen zu bezwingen“.

Sendetermine:
“Über den Pass”, Montag, 22.6.2009, 20.15 Uhr
“Der Durchbruch”, Dienstag, 23.6.2009, 20.15 Uhr
“Gipfelstürmer”, Mittwoch, 24.6.2009, 20.15 Uhr
“Wasserkraft”, Donnerstag, 25.6.2009, 20.15
“Höhenflug”, Freitag, 26.6.2009, 20.15 Uhr

Fell'sche Bahn am Mont Cenis Wir wissen nicht, welche Beispiele die Autoren jeweils herausgepickt haben – aber beim Thema „Über den Pass“ würde bei uns die Mont-Cenis-Bahn nie fehlen, die zwischen 1868 bis 1871 Saint-Michel de Maurienne mit Susa verband.
Diese Eisenbahnlinie überwand den 2.084 Meter hohen Col de Mont Cenis mit Hilfe eines speziellen, nach dem englischen Ingenieur John B. Fell benannten, Adhäsionssystem. Die kleinen Fell'sche Bahn am Mont Cenis Tunnel, die man auch heute noch entlang der Passstraße von Gran Croix nach Susa findet, wurden für diese Bahn gebaut. Nach nur drei Jahren wurde der Betrieb der Fell-Bahn 1871 bereits wieder eingestellt, als ungefähr 20 Kilometer weiter die neue Eisenbahnlinie durch den Fréjustunnel, viel früher als geplant, eröffnet wurde.
über den Mont Cenis, diesmal zu Fuß Großes Vergnügen dürfte die Fahrt ohnehin nicht bereitet haben, wie der Bergsteigerpionier Edward Whymper in seinem Buch ‘Berg- und Gletscherfahrten’ zu berichten wusste: “Die Maschine zittert, schwankt, springt und ist schwer zu halten. Taucht man wieder im Freien auf, so sieht man 3000 bis 4000 Fuss in Abgründe hinab. Im nächsten Augenblick wendet sich die Maschine plötzlich nach links, und Führer und Heizer müssen sich sehr fest halten, um nicht heraus geschleudert zu werden. Die mutigen Lokomotivführer, die alle Engländer sind, haben am Ende der Fahrt ihr Geld ehrlich verdient. Wie sie über die Linie denken, erklärte mir einer kurz und bündig: “Es ist hier schlimmer als in Indien, denn dort kann man herunter springen, aber hier in diesen bedeckten Wegen gibt es keinen Platz dazu.”"

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

Samstag, 20. Juni 2009

Mit der Carte Isabelle durch das Département Alpes Maritimes

Same procedure as every year – Auf den Regionalbahnen der französischen Eisenbahngesellschaft SNCF im Département Alpes Maritimes wird auch in diesem Jahr wieder für die Zeit vom 1. Juli bis zum 30. September die ‚Carte Isabelle‘ angeboten. Es handelt sich dabei um eine Tageskarte, mit der man unbegrenzt die Strecken Tende – Nizza und Fréjus – Ventimiglia befahren kann (Preis 12 Euro).

Tende Mit dieser Fahrkarte kann man auch den ‚Train des Merveilles‘ nutzen, der jeden Morgen um 9 Uhr in Nizza startet und nach einer spektakulären Fahrt durch Peillon-, Bévéra- und Royatal den kleinen Ort Tende erreicht, der als Tor zum ‚Vallée des Merveilles‘ im Mercantour Nationalpark gilt. Dort ist nicht nur die mittelalterliche Altstadt, sondern auch das Musée des Merveilles sehenswert.
judas Oder man steigt bereits eine Station vorher in La Brigue aus, und geht von dort aus auf einem lokalen Wanderweg nach Notre-Dame des Fontaines, der kleinen sixtinischen Kapelle der Seealpen.
Um hier nur einige der vielen Tagesausflüge aufzuzeigen, die sich mit der Carte Isabelle ins Hinterland der Côte d’Azur absolut autofrei durchführen lassen.

Hinweis: Für den ‚Pinienzapfenzug‘, die historische Eisenbahnlinie zwischen Nizza und Digne-les-Bains, gilt die Carte Isabelle nicht!

 

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

Donnerstag, 11. Juni 2009

Richtungsweisend

Unterwegs in den Westalpen … auf, manchmal sehr exponierten, Wander- und historischen Saumwegen, transalpinen Salzstraßen, königlichen Jagd- oder kühn angelegten Alpinisteigen. Die Karte bietet zwar keinen Halt im weglosen Gelände, dafür aber Orientierung bezüglich der Bestimmung des eigenen Standorts und ist, dank des gleichnamigen Links in der oberen Navigation, immer sofort zur Hand.
Begonnen haben wir mit unseren “großen” Touren, die Kurzen, deswegen nicht minder attraktiv, folgen.
Kennt jemand eine Möglichkeit, vorhandene GPS-Tracks komfortabel in so eine Karte zu übernehmen?

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit


View Larger Map

_______________________________________________________

Tour des Glaciers de la Vanoise – Streckenverlauf

Alta Via Val di Susa – Streckenverlauf

Giro del Monnviso – Streckenverlauf

GR 52a – Le Sentier Panoramique du Mercantour – Streckenverlauf

Via Alpina – von Monaco nach Garessio – Streckenverlauf

Via Alpina – von Garessio nach Monaco – Streckenverlauf

Sonntag, 7. Juni 2009

Forte di Vinadio im Sturatal – Montagna in Movimento

Nach einem extrem langen und besonders schneereichen Winter, der auch manche sonst ganzjährig geöffnete Passstraße wie die über den Colle della Maddalena/ Col de Larche zwischen dem piemontesischen Stura- und dem französischen Ubayetal wochenlang unpassierbar machte, haben sich an diesem ersten Juniwochenende die schweren hölzernen Tore des Forte Albertino in Vinadio wieder für die Besucher geöffnet.

Fiorte di Vinadio - Sturatal In der zwischen 1834 und 1847 im Auftrag von König Carlo Alberto errichteten Sperranlage wurde im Juli 2007 ‚Montagna in Movimento‘ eröffnet, ein Museum, das sich wie ein Pfad durch Vergangenheit und Gegenwart der Alpentäler der Provinz Cuneo windet, das darüber informiert, was Leben in den Bergen bedeutet. Gestern und heute.

Eine bessere Verwendung ließe sich für diese monumentale Anlage kaum denken, die nach einer letzten militärischen Nutzung als Kaserne 1945 von den abziehenden deutschen Truppen teilweise zerstört und danach dem allmählichen Verfall überlassen worden war. Anfang der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurden von der Comunità Montana Valle Stura zwar erste Pläne für die Restaurierung mit anschließender touristischer Nutzung angestoßen, die konnten aber erst in den letzten Jahren mit finanzieller Unterstützung der Region Piemont und etlicher Sponsoren weiterentwickelt und von der Kulturstiftung Marcovaldo konkretisiert werden. Die Räumlichkeiten würden nun so manchem Großstadtmuseum zur Ehre gereichen.

Montagna in Movimento - Forte di Vianadio im Sturatal Wer zum ersten Mal in die piemontesischen Alpen kommt, sollte sich ‚Montagna in Movimento‘ keinesfalls entgehen lassen. Weil der Percorso einen guten Überblick gibt über Themen, die die Menschen zwischen Valle Po und Valle Pesio beweg(t)en:
Die Staatsgrenzen, die in den letzten 500 Jahren gerade in dieser Region so oft verschoben wurden und die Menschen immer wieder zur Aufgabe von Nationalität und Sprache zwangen, das Okzitanische, das auch heute noch in einigen oberen Talbereichen gesprochen wird, alpenhauptkammquerende Salzstraßen, Schmuggel und Transhumanz als Broterwerb, ländliche Architektur und alpine Umwelt, aus der Not geborene Landflucht und ihre Folgen, die Gründung des italienischen Alpenvereins sowie erste Aspekte des Massentourismus. Um hier nur einige Themen aufzulisten.

Die hervorragend gestaltete Homepage des Forte di Vinadio bietet mit einem 4-minütigen Video die Möglichkeit eines virtuellen Rundganges – unterlegt mit Musik von Lou Dalfin.

Öffnungsperiode 2009:
Vom 6. Juni bis 26. September 

Öffnungszeiten:
Im Juni: Samstags und Sonntags von 14.30-19.00 Uhr
Im Juli: Donnerstag bis Samstag 14.30-19.00 Uhr und Sonntags von 10.00-19.00 Uhr
Im August: vom 1. bis 23. August Dienstag bis Samstag 14.30-19.00 Uhr und Sonntags von 10.00-19.00 Uhr,
vom 27. bis 30. August Donnerstag bis Samstag 14.30-19.00 Uhr und Sonntags von 10.00-19.00 Uhr
Im September: Samstags und Sonntags von 14.30-19.00 Uhr

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

Sonntag, 17. Mai 2009

Giro del Monviso – unser neuer Wanderführer

Weil unserer Meinung nach viel zu viel von der Monviso-Region verpasst, wer den legendären, mit 3.841 Metern höchsten Gipfel der Cottischen Alpen auf den auch im deutschsprachigen Raum recht bekannten drei Etappen des ‚Giro del Monviso‘ umrundet – haben wir zwar den Namen für unseren neuen Wanderführer beibehalten, aber einen völlig anderen Ansatz gewählt:

Monviso Kernstück des Wanderführers sind deshalb eine 7-tägige (‚Giro Largo‘) und eine 3-tägige Rundwanderung (‚Giro Classico‘) um den Monviso. Aus den einzelnen Etappen dieser beiden Rundwanderwege läßt sich bei Bedarf – quasi im Baukastenprinzip – auch ein ganz individueller 4-, 5-, 6-, aber auch 8-tägiger ‚Giro del Monviso‘ zusammenstellen. Weil wir auch interessante Wegvarianten beschreiben, beispielsweise über den ‚Sentiero del Postino‘ auch das etwas versteckt liegende Rifugio Giacoletti einbinden.
zu den Rifugi Vallanta und Gagliardone Und weil ein Giro weder Anfang noch Ende hat, wollen wir die Wahl des passenden Einstieges in den gewählten Rundkurs jedem Einzelnen überlassen. Zugangswanderungen aus allen Himmelrichtungen, die für sich allein genommen viele hochattraktive Tagestouren darstellen, ermöglichen eine flexible Routenwahl:
Für die Frankreich zugewandte Seite des (allerdings rein italienischen) Monviso beschreiben wir aus dem Queyras die Wanderung von L’Echalp zum Refuge du Viso in den ‚Giro Classico‘ und von La Monta zum Rifugio Jervis in den ‚Giro Largo‘. Piemontliebhaber finden Einstiege aus dem Valle Po über die ‚Via del Sale‘ nach Pian del Re und von Oncino direkt zum Rifugio Alpetto, aus dem Rifugio Vallanta Varaitatal von Castello durch das Vallone di Vallanta (‚Giro Classico‘) und von Chianale durch das Vallone di Soustra (‚Giro Largo‘). Aus dem Val Pellice, dem bekanntesten der sogenannten ‚Waldensertäler‘, haben wir die Wanderung von Villanova zum Rifugio Jervis auf der Conca del Prà aufgenommen.
Dass wir im Adressverzeichnis alle Übernachtungsmöglichkeiten entlang der Strecken (mit aktuellen Preisen und Zusatzinformationen zu Ausstattungsmerkmalen) aufführen, gehört bei unseren Wanderführern längst zum Standard. Wie auch die Anreisetipps, bei denen der Schwerpunkt auf der Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln liegt. Mit dem Auto ins Wandergebiet zu gelangen, ist schließlich ein Kinderspiel – mit welchem  Bus hingegen an welchem Tag ein abgelegenes Alpental erreicht werden kann …

am Col de Traversette Den kurzen ‚Giro Classico‘ mit all seinen Highlights haben wir kurz auf unserer Seite westalpen.eu beschrieben. Dieser Rundkurs ist fast ausschließlich geprägt von der faszinierenden hochalpinen Landschaft rund um den Monviso und bietet großartige Weit- und Tiefsichten.
Wer aber die große Runde um den Monviso wandert, kann nicht nur alle ‚Gesichter‘ dieses legendären Gipfels bewundern – sondern erhält darüber hinaus auch Einblicke in Geschichte und Kultur dieser Region der okzitanischen Täler von Po, Pellice, Varaita und Guil. Wobei die beiden letztgenannten bis 1713 zum ‘Bund von Briançon‘ gehörten, in dem sich die Bewohner von 10 Talschaften um die Oberläufe von Durance, Guil, Varaita, Dora Riparia und Chianale Chisone zu einer Art Bauernrepublik mit dezentralen und für ihre Zeit überaus demokratischen Prinzipien zusammengeschlossen hatten. Dieser Charakter ist auf der ‚kleinen Viso-Runde‘ weder sicht- noch spürbar, da unterwegs weder Dauer- noch Temporärsiedlungen passiert werden. Zudem wird mit dem Val Pellice auf der größeren Runde eines der ‚Waldensertäler‘ mit einbezogen, in denen die Anhänger einer vorreformatorischen Glaubensbewegung nach jahrhundertelanger grausamer Verfolgung wenigstens phasenweise, und nur auf lokaler Ebene, einen Rückzugsraum fanden. Wer also etwas mehr Zeit erübrigen kann – dem sei die größere Runde, der ‚Giro Largo‘, ans Herz gelegt.

Sabine Bade & Wolfram Mikuteit

_________________________________
Der Wanderführer wird im Sommer erscheinen.

Die Fotos von oben nach unten: Monviso, zu den Rifugi Gagliardone und Vallanta, Rifugio Vallanta, am Col de Traversette, Chianale im Varaitatal